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Professor wartet auf die Shrimps

Professor Uwe Waller (Bildmitte), wissenschaftlicher Leiter, zeigt Projektmanager Hansjörg Müller (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Dahm die (noch unbesetzten) Becken in der Forschungshalle neben der Fischzuchtanlage in Fürstenhausen. Foto: Becker & Bredel
Professor Uwe Waller (Bildmitte), wissenschaftlicher Leiter, zeigt Projektmanager Hansjörg Müller (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Dahm die (noch unbesetzten) Becken in der Forschungshalle neben der Fischzuchtanlage in Fürstenhausen. Foto: Becker & Bredel
Fürstenhausen. 7000 Quadratmeter umfasst die große Produktionshalle zur Meeresfischzucht auf dem früheren Kokereigelände in Fürstenhausen. Und Geschäftsführer Jochen Dahm möchte dort ab Juli, falls bis dahin das Finanzproblem (die SZ berichtete) bereinigt ist, ab Juli 500 Tonnen Edelfische und mehr pro Jahr züchten Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Fürstenhausen. 7000 Quadratmeter umfasst die große Produktionshalle zur Meeresfischzucht auf dem früheren Kokereigelände in Fürstenhausen. Und Geschäftsführer Jochen Dahm möchte dort ab Juli, falls bis dahin das Finanzproblem (die SZ berichtete) bereinigt ist, ab Juli 500 Tonnen Edelfische und mehr pro Jahr züchten.Die benachbarte Forschungshalle ist da mit rund 400 Quadratmetern Fläche wesentlich kleiner. Doch dafür ist der Meeresbiologe Professor Kurt Waller, der die Forschung betreut, schon ein gutes Stück weiter. In einem ersten Projekt möchte er Tigergarnelen, auch Shrimps genannt, begehrte Leckerbissen in Läden und Restaurants, kontrolliert vermehren. Und er bereitet die Becken für die Larven aus Thailand vor, die derzeit wegen unvorhergesehener Zoll-Schwierigkeiten noch irgendwo in Belgien warten.Weil es darum geht, weiteren Raubbau in der Natur zu vermeiden, wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt kräftig gefördert. In den Becken, in denen die Tiere je nach Größe ein- und umgesetzt werden, plätschern bereits insgesamt 28 Kubikmeter Wasser. Denn laut Waller müssen sich die Biofilter erst einige Wochen einlaufen, bevor sie richtig funktionieren. Möglichst keimfrei soll die Umgebung sein, in der die Tiere dann rund ein Jahr lang bis zur Laichreife heranwachsen. Und das wäre dann auch der erwünschte Erfolg: die erste, in Fürstenhausen gezüchtete Elterngeneration. Und ein Tigergarnelen-Weibchen kann laut Waller bereits rund zwei Millionen Larven erbringen.Das Wasser wird bei einer Temperatur um 28, 29 Grad gehalten, das nötige Salz, eine geheim gehaltene Mischung, beigefügt. Streifen aus speziellem Kunststoff und vor allem Sand am Boden sollen dafür sorgen, dass sich die Tiere auch (naturgemäß) verkriechen können. Der benötigte Fluss-Sand, im Baustoffhandel erhältlich, wird extra noch vor Ort in großen Eimern nachgewaschen.Wenn die Tigergarnelen da sind, soll es in der Forschungshalle bald an weitere Projekte gehen, so an die Züchtung von Mikroalgen und Salzpflanzen wie Seespargel, der als ein sehr wertvolles Gemüse gilt, und einen Bio-Reaktor, der biologische Abfälle aus der Produktion verarbeitet. Die Fischzucht-Betreiber arbeiten eng mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes zusammen. Die hat, unterstützt von den Völklinger Stadtwerken, eigens eine Professur für Aquakultur, besetzt mit Uwe Waller, eingerichtet. Studenten der Ingenieurwissenschaften an der HTW sollen in der Forschungshalle in der Praxis lernen, wie man umweltfreundliche Produktionskreisläufe betreibt."Rund eine Million Euro an Forschungsgeldern sind bereits gesichert", sagt Waller. Und richtig brummen wird aus seiner Sicht die Forschungshalle, wenn erst einmal die große Fischzucht nebenan angelaufen ist. Jochen Dahm erwartet, dass bald der Durchbruch bei der Finanzierung gelingt. "Rund eine Million Euro an Forschungsgeldern sind bereits gesichert.Professor Kurt Waller




Shrimps sind begehrte Leckerbissen in Läden und in Restaurants. Foto: Thomas Seeber
Shrimps sind begehrte Leckerbissen in Läden und in Restaurants. Foto: Thomas Seeber