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Posaune und Gitarre klassisch dank der Kunst des Dämpfens

Gitarrist Jens Opitz von Grafenstein und Posaunist Michael Munzert. Foto: Karl-Heinz Schäffner
Gitarrist Jens Opitz von Grafenstein und Posaunist Michael Munzert. Foto: Karl-Heinz Schäffner FOTO: Karl-Heinz Schäffner
Völklingen. Andreas Lang

Posaune und Gitarre im klassischen Duett - das geht doch nicht? Oder doch? Innerhalb der Reihe "Carbon & Stahl" hatten die Völklinger Musikfreunde am Donnerstagabend im Festsaal des Alten Rathauses Gelegenheit, sich mit diesen Fragen zu befassen. Gitarrist Jens Opitz von Grafenstein und Posaunist Michael Munzert bilden ein solches Duo und sagen: "Wir verfügen mittlerweile über ein facettenreiches Repertoire aus südamerikanischer Musik und Werken klassischer Meister."

Allerdings muss die Posaune - mit der sich der Sage nach ja Mauern zum Einsturz bringen lassen - ständig mit Dämpfern gespielt werden. Aufsätze also, die Munzert auf den Schalltrichter seines Blechinstrumentes setzt. Er erklärte den knapp 30 Zuhörern: "Die Dämpfer, die ursprünglich nur eine Notlösung waren, stellten sich schnell als interessante Abwechslung heraus. Die Posaune erhält durch sie verschiedene Stimmen und klingt bei unterschiedlichen Stücken wie ein jeweils neues Instrument." Davon konnten sich die Zuhörer mit Augen und Ohren überzeugen. Ein Dämpfer sieht aus wie eine Schischa ohne Schläuche und erzeugt ein quäkendes Geräusch. Der Dämpfer in Vasenform auch - aber doch ein bisschen anders. Der Dämpfer in Form eines Sektkühlers wird außen aufgesetzt. Das Ergebnis ist ein Klang nahe bei der ursprünglichen Posaune . Der Velvet-Dämpfer filtert die hohen Töne, die Posaune klingt dumpf.

Zur Belustigung der Zuhörer hatte Munzert auch den Gummiteil eines Toiletten-Pümpels parat: "Das funktioniert auch, lassen Sie sich überraschen."