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Polizei will Hexennacht-Orgien stoppen

Polizei will Hexennacht-Orgien stoppen

Völklingen. Unverhofft kommt oft, lautet ein Sprichwort. Partygäste an rund 20 Jugendtreffpunkten in Völklingen und Großrosseln müssen ab 1. Mai wieder mit unverhofftem Polizei-Besuch rechnen. Bis in den Oktober hinein sind ein bis zwei Polizeistreifen zusätzlich zur normalen Wach-Schicht bis zwei Uhr nachts unterwegs. Offiziell nennt sich das Ganze Sommer-Sicherheitsinitiative

Völklingen. Unverhofft kommt oft, lautet ein Sprichwort. Partygäste an rund 20 Jugendtreffpunkten in Völklingen und Großrosseln müssen ab 1. Mai wieder mit unverhofftem Polizei-Besuch rechnen. Bis in den Oktober hinein sind ein bis zwei Polizeistreifen zusätzlich zur normalen Wach-Schicht bis zwei Uhr nachts unterwegs. Offiziell nennt sich das Ganze Sommer-Sicherheitsinitiative. Und Ziel der Beamtinnen und Beamten rund um Polizeichef Axel Busch ist es, Übermut und übermäßigen Alkoholgenuss zu bremsen.Kontaktbeamter Joachim Fery und Koordinator Jens Hausmann haben schon viele Erfahrungen damit gesammelt, wie junge Leute auf die Farbe Grün reagieren. "Wenn wir plötzlich auftauchen, nimmt sofort der 18-Jährige aus der Gruppe die Schnapsflasche in die Hand." Das hilft aber nichts, weil die Beamten davon ausgehen, dass der Volljährige die Flasche nicht allein leer trinken kann. Und dass sie hinterher dann doch die Runde bei den Minderjährigen macht. "Deshalb", so Hausmann" "wird die Flasche zur Gefahrenwehr eingezogen." Und manchmal ist nicht mal Einziehen nötig. "Wenn Halbwüchsige die Polizei sehen, lassen die auch schon mal einen halben Kasten Bier stehen und gehen stiften." Wohl auch, weil sie peinliche Nachforschungen befürchten, wie sie überhaupt an den Alkohol gekommen sind.Wenn's sein muss, werden harte polizeiliche Maßnahmen ergriffen (siehe "Rückschau"). Doch Axel Busch setzt in erster Linie darauf, die jungen Leute durch Gespräche zur Vernunft zu bringen. "Wobei sie", so der Polizeichef, "zunehmend auf uns reagieren." Die Sommer-Sicherheitsinitiative laufe seit 2002, und seitdem sei die Anzahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in diesem Bereich deutlich zurückgegangen. Die Polizei freut sich da auch darüber, dass mittlerweile zwei Sozialarbeiter im Dienst der Stadt zu Jugendtreffpunkten ausrücken. Die sind mit einem Auto, eingerichtet als mobiles Büro, und neuerdings sogar mit einem kleinen Hund ausgestattet. Der, wie Joachim Fery erfahren hat, "ein prima Anknüpfungspunkt für Gespräche" ist.Die Polizei achtet in ihrem Konzept auch auf neu entstandene Brennpunkte. So häufen sich Beschwerden über Vorfälle rund um Gesamtschule und Warndthalle in Ludweiler. er

RückschauDie Bilanz für die vergangene Sommersaison 2009 (Mai bis Anfang Oktober) enthält insgesamt 909 Einträge. 167 Mal hatten hier Bürger angerufen, und 742 Mal ist die Polizei von sich aus an Jugendtreffpunkten tätig geworden. 963 junge Leute mussten dabei ihre Personalien angeben. 1074 erhielten eine Ermahnung. 552 mussten auf Geheiß der Polizei den Platz verlassen. Zwei Störer kamen in Gewahrsam. Im Anschluss wurden 70 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und 22 Strafanzeigen geschrieben. er