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Kolumne
Pfützen-Vermeider? Pfützen-Finder!

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Eile beim Aufbruch rächt sich. Ein Fallbeispiel. Von Frank Kohler

Neulich, nach der Schicht. Der Himmel hat von der Tagesfarbe Schmuddelgrau aufs finsterste Nachtschwarz umgeschaltet. Nicht einmal Sterne oder ein bisschen Mondlicht leuchten uns Irdischen. Und die Brille liegt im Auto. „Für die paar Meter brauche ich die nicht“, hatte ich vor der Arbeit leichtfertig in mich hineingemurmelt. Jetzt könnte ich sie gut gebrauchen. Die Düsternis scheint das Licht der Straßenlaternen gierig zu verschlingen, kaum dass es ihnen entströmt ist. Dann ist noch alles klitschnass. Die Gullys verweigern weiterem Wasser den Eintritt in die Unterwelt und stauen es zu tückischen Seen. Ich umkurve das erste Hindernis, setze zum Sprung auf den Bürgersteig an und lande – in einer weiteren, wenn auch kleineren Pfütze. Kein Wunder, wenn ich ohne Sehhilfe bei diesem Licht den Hindernisläufer mime. Dass ich dieses unfreiwilige Fußbad hätte vermeiden lassen, macht die Sache nur schlimmer. Während die Nässe in meinen Socken hockt und die Füße frieren lässt, ärgere ich mich über den hastigen Start in den Arbeitstag. Schon zwei, drei Pumpstöße Imprägnierspray hätten genügt, um mir zumindest das Fußbad zu ersparen. Denn wer jetzt kurzsichtig die falschen Sachen im Auto lässt, den duscht die nächste Pfütze.