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Pfarreiengemeinschaft St. Eligius Völklingen kümmert sich um Bedürftige

Jeden Donnerstag ist Emmaus-Stube : Da läuft der Adventskalender rückwärts

Die Heiligabend-Aktion ist allgemein bekannt. Doch die Pfarreiengemeinschaft St. Eligius kümmert sich auch das ganze Jahr über um Bedürftige.

Die Glocke schlägt Zwölf vom Turm der Eligius-Kirche. Nebenan, im Pfarrhaus, duftet es bereits nach Essen. Dort, im Untergeschoss, befindet sich die Emmaus-Stube. Dort bekommen Menschen, ungeachtet von Herkunft und Hautfarbe, jeden Donnerstag ab Zwölf zum Preis von nur einem Euro ein warmes Essen. Edith Kühl, Leiterin des ehrenamtlichen Service-Teams, steht an der Eingangstür. „Kommen Sie doch bitte herein“, sagt sie Leuten, die sich noch unsicher fühlen. Und drinnen sitzen an den Tischen bereits gut zwei Dutzend Gäste, Frauen und Männer jeglichen Alters, darunter auch Besucherinnen mit Kopftuch. Heute ist Gulasch als Hauptgericht angesagt – normalerweise mit Schweinefleisch zubereitet. Doch für Gäste, die das aus religösen Gründen nicht essen können, gibt es auch Rindfleisch.

Doch zunächst einmal serviert Manfred Stutz, mit 80 Jahren der Senior im Team, eine kräftige Kartoffelsuppe. Und nach dem Gulasch mit Klößen und Rotkohl kommt ein Dessert mit Pudding. Anschließend gibt es heute auch noch Kaffee und Kuchen. Wir waren am vergangenen Donnerstag, dem Nikolaustag, dabei. Gast Sonia Pfingstmann bescheinigt, dass „das Essen hier immer super schmeckt. Und die warme Suppe tut im Winter besonders gut.“ Sonia Pfingstmann ist Stammgast. Der alleinstehenden Frau aus Völklingen tun hier auch die netten Gespräche mit Bekannten gut. Diesmal hat sie selbst ein Geschenk mitgebracht. Sie überreicht Diakon Patrick Winter ein Tütchen. Drin ist eine hübsche Tasse, gefüllt mit Leckereien. Winter managt den Betrieb der Emmaus-Stube. Und freut sich sichtlich über solch handgreifliche Dankbarkeit.

30 bis 35 Besucher zählt man regelmäßig. Vier Rollatoren stehen im Vorraum. Sie gehören Männern, die sich mit dieser Gehhilfe hin zu St. Eligius bewegen. Stammgäste haben den Donnerstag fest auf ihrem Plan. „Da gibt es zum Beispiel Leute, die mit dem Bus von der Fenne kommen“, berichtet Winter. „Die gehen morgens zum Arzt oder erledigen andere Besorgungen. Dann kommen sie zu uns zum Essen und zum Plaudern. Und hinterher sagen sie dann, dass sie wieder einen schönen Donnerstag gehabt haben.“

Bereits vor dem Essen gibt es jeden Donnerstag für den, der mag, auch geistliche Nahrung. Um 11.45 Uhr ist in der Eligius-Kirche jeweils ein „Innehalten“ angesagt als Gelegenheit, ein wenig zur inneren Ruhe zu kommen. Diakon Winter und Organist Andreas Mehs gestalten eine Viertelstunde mit Wort, Gebet und Orgelmusik. Über 20 Gäste sind regelmäßig dabei, „wobei manche auch ganz einfach mal von der Straße aus reinkommen“ (Winter).

Der Betrieb in der Emmaus-Stube lebt von ehrenamtlichen Kräften. Neben dem Team rund um Edith Küll sind vier weitere Gruppen im Einsatz, die sich jeden Donnerstag ablösen. Und er wäre ohne Spenden nicht denkbar. Rund 8000 Euro pro Jahr kosten laut Winter die Dinge, die zur Speisung der Bedürftigen auf den Tisch kommen. Viele Spender tragen ihr Scherflein bei – manche sogar per Dauerauftrag.

Den ganzen Donnerstag über ist Tag des offenen Pfarrhauses in St. Eligius, wo auch weitere Menschen in Not an die Tür klopfen. Heute ist der Andrang besonders groß, denn Diakon Winter verteilt schon die Einlasskarten für die Heiligabend-Aktion im Pfarrsaal St. Michael (Montag, 24. Dezember, ab 18 Uhr). Dort werden traditionsgemäß Bedürftige und Alleinstehende bewirtet und beschenkt. Gut zwei Dutzend Menschen warten schon an der Tür, eine bunt gemischte Gruppe, darunter auch Frauen mit und ohne Kopftuch samt Kindern im Wagen und eine ältere Frau, die im Rollstuhl mitgekommen ist. Es gibt leider nur 120 Karten, denn der Platz im Pfarrsaal ist begrenzt.

Wer nicht mehr reinkommt, muss sich aber nicht grämen. Ein Helferteam rund um Rosemarie Gothier wird zuvor im Pfarrhaus rund 200 Geschenktüten für Erwachsene und rund 130 speziell für Kinder packen. Da bleibt einiges über, was dann anderweitig verteilt werden kann.

Zurück zum Thema notwendige Spenden: Die Heiligabend-Aktion wird nach Schätzung Winters komplett rund 12 000 Euro kosten. Da wird sogar ein Abhol- und Bringdienst für Gäste organisiert, die nicht selbstständig nach St. Michael kommen können. Gutes tun kann man auch mit Sachspenden. Winter hat über soziale Medien die Aktion „Adventskalender rückwärts“ organisiert. Rückwärts? Im Unterschied zum normalen Adventskalender, dem man täglich ein Teil entnimmt, ist dieser Adventskalender am Anfang leer. Und wird dann jeden Tag ein wenig voller. Das Ergebnis in Form haltbarer Lebensmittel, Hygieneartikel und ähnlicher Dinge nehmen Bedürftige dankbar entgegen. Gepackte Kisten können in den Kirchen abgestellt oder im Pfarrhaus vorbeigebracht werden.

Nähere Informationen zu den sozialen Aktivitäten in der Pfarreiengemeinschaft St. Eligius gibt es bei Diakon Winter, per E-Mail erreichbar unter patrick.winter@kirche-vk.de, und auf der Internetseite www.kirche-vk.de.