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Pfadfinder bringen das Friedenslicht

Pfadfinder bringen das Friedenslicht

Pfadfinder sind in Ludweiler unterwegs mit dem Friedenslicht, das in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet wurde. Wer das Licht empfängt, kann damit selbst die Kerzen von Freunden und Bekannten entzünden.

Vorsichtig trägt die kleine Luisa die flackernde Kerze vor sich her. Es handelt sich dabei um das Friedenslicht, über das die junge Pfadfinderin von den Warndtscouts in Ludweiler in den vergangenen Minuten einiges erfahren hat. Zum Beispiel, dass der Messingdeckel, der als Windschutz dient, schnell heiß wird. Das hat ihr die Vorsitzende der Warndtscouts, Doris Müller-Probst, eindringlich erklärt. Und was es auf sich hat mit diesem Friedenslicht: Das Friedenslicht wird jedes Jahr in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem von einem Kind entzündet und per Flugzeug von Israel nach Österreich gebracht. In Wien wird dann am dritten Adventssonntag die Flamme an Pfadfindergruppen aus ganz Europa weitergereicht und ist so zu einem besonderen Symbol in der Weihnachtszeit geworden. Die Warndscouts haben ihr Friedenslicht bei der zentralen Aussendungsfeier in Saarbrücken entzündet.

"In der Kinder- und Jugendkirche St. Elias", wie Müller-Probst berichtet. Als Symbol für Frieden, Wärme, Solidarität und Mitgefühl soll das Licht an alle Menschen guten Willens weitergegeben werden. Wer das Licht empfängt, kann damit selbst die Kerzen von Freunden und Bekannten entzünden, damit an vielen Orten ein Schimmer des Friedens erfahrbar wird, auf den die Menschen gerade in der Weihnachtszeit besonders hoffen.

Gemeinsam mit Freundin Elena und Mama Jutta Sacca als Begleiterin macht sich Luisa also auf, den Menschen auf dem Ludweiler Bollenberg das Friedenslicht zu bringen. Für sie gibt es dafür die bei den Pfadfindern übliche Belohnung: Einen Aufnäher für das Pfadfinderhemd. Bei Sabine Sauer macht das Grüppchen den Anfang. "Wir bringen das Licht von Bethlehem", beginnt Luisa ihren gelernten Spruch. Weil sich auch Söhnchen Paul, 17 Monate, für die kleine Flamme interessiert, nimmt sie die Kerze an und wirft eine Spende in die Sammeldose. "Von dieser Aktion habe ich wohl schon gehört, erlebt habe ich sie aber noch nie", sagt Sauer. Sie freut sich: "Das ist ein schöner Brauch." "Alle Häuser werden wir nicht besuchen", sagt Sacca zu den Kindern, nachdem sie sich von den Sauers verabschiedet haben. Denn das Friedenslicht ist auch dafür gedacht, dass sich die Nachbarn besuchen sollen. Wer es noch nicht hat, sollte sich das Friedenslicht nämlich dort abholen, wo eines im Fenster scheint.

An der Ecke wohnt Karin Stupp, die den Warndscouts öffnet. Auch sie freut sich über den hellen Schein, spendet und spricht ein wenig mit den Lichtbringern: "Gerade in dieser unruhigen Zeit ist das ein ganz wichtiger Brauch." Das hört die Gruppe an diesem Abend noch oft: Dass der Frieden und damit das Friedenslicht derzeit wohl wichtiger ist, als lange Zeit zuvor.