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Pfad der Erleuchtung in Völklingen

Pfad der Erleuchtung in Völklingen

Mehr als eine Million Euro wird sie kosten, die „sensationelle“ Buddhismus-Ausstellung, die das Weltkulturerbe Völklinger Hütte als Haupt-Jahres-Event 2016 ankündigt. Über Ticketverkäufe soll die Investition wieder reinkommen. Gestern stimmte der Aufsichtsrat zu.

Meditierender Buddha. Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Archiv

Der Dalai Lama kommt im September nach Straßburg. Ob er den Katzensprung ins Völklinger Weltkulturerbe schafft? An sich wäre ein Besuch seiner Heiligkeit zwingend. Schließlich ist er der Schirmherr des Tibethauses Deutschland in Frankfurt, und das ist der Kooperationspartner für das zentrale Ausstellungsereignis des Jahres 2016: "Buddha".

Unter Weltrang tut's Meinrad Maria Grewenig nicht? Auch diesmal kündigt der Chef des Völklinger Weltkulturerbes "nie Gesehenes" aus den Schatztruhen der weltweit bedeutendsten Privatsammler an, 220 Meisterwerke, bis zu 2000 Jahre alt. Die buddhistischen Kunstschätze aus Pakistan, Indien, China, Korea, Japan, Kambodscha, Thailand und aus Tibet werden laut Grewenig zusammengetragen und kuratiert von den "besten Experten", etwa aus dem Frankfurter "Museum Angewandte Kunst". Dort lief 2015 die Schau "Buddha. 108 Begegnungen" und auch andernorts, etwa in der Bonner Kunsthalle, im Pariser Grand Palais oder im Berliner Gropius-Bau war das Thema Buddhismus in den vergangenen Jahren präsent. Ein Alleinstellungsmerkmal hat Völklingen also nicht. Stattdessen die Chance auf Popularität: "Es gibt eine Sehnsucht nach Spiritualität", meint Grewenig. Für den Weltkulturerbe-Direktor beginnt mit "Buddha" eine neue Ära, weil sich der Blick nicht mehr nur in die Vergangenheit richte wie bei den früheren kulturhistorischen Ausstellungen, etwa bei "Inka Gold". "Das ist ein Quantensprung", sagte Grewenig gestern der SZ. "Zum ersten Mal zeigen wir nicht nur außergewöhnliche Exponate, sondern thematisieren eine Weltanschauung, die hier und heute Relevanz besitzt." Für Grewenig gibt es sogar eine Kontrast-Verbindung zum Industriedenkmal, die den Ausstellungsort rechtfertigt: "Die Hütte ist eine Ikone westlicher Fleißkultur, das Gegenteil buddhistischer Welthaltung." - Eine gewagte These.

Maßgeblich für die Wahl des Themas war jedoch dessen Anziehungskraft, daraus macht Grewenig keinen Hehl. Über stichprobenartige Umfragen habe man ermittelt, dass der Begriff Buddhismus ungewöhnliche Begeisterung wecke. Es gebe nur wenige Themen dieses Kalibers, mit denen sich Zuschauerzahlen über 100 000 erzielen ließen, sagt Grewenig. Und diese Quote strebt er mit der "Buddha"-Schau an, um die Kosten - "deutlich über eine Million Euro plus Betriebskosten" - zu refinanzieren. Als besondere Attraktion wird ein "Pfad der Erleuchtung" eingerichtet. Auch soll es einen Gebetsraum geben, in dem Mönche Andachten halten. Der Besucher soll nicht nur Wissen über die älteste Weltreligion mitnehmen, die im 6. Jhd. v. Chr. in Indien mit dem Prinzen Siddhartha Gautama ihren Ursprung nahm. Der Besucher soll den buddhistischen Kosmos erleben: Alltag, Philosophie. Meditation.

Buddha: 25. Juni bis 19. Februar 2017.