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Persönliche Daten gehören nicht ins Internet

Persönliche Daten gehören nicht ins Internet

Völklingen. Internetdienste wie "Wer-kennt-wen", "Twitter", "Facebook" oder "Gesichterparty" werden immer beliebter. Im vergangenen Jahr tauschten sich 57 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen täglich oder mehrmals in der Woche in sozialen Netzwerken aus

Völklingen. Internetdienste wie "Wer-kennt-wen", "Twitter", "Facebook" oder "Gesichterparty" werden immer beliebter. Im vergangenen Jahr tauschten sich 57 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen täglich oder mehrmals in der Woche in sozialen Netzwerken aus. Die Zahlen präsentierte Sozialpädagoge Martin Weber am Dienstag am Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium. In der Elternschule der Völklinger Volkshochschule (VHS) informierte der Medienexperte über die Risiken der Kommunikationsplattformen. Seine Botschaft: Mit der Veröffentlichung persönlicher Daten sollte man vorsichtig sein. Nicht nur Freunde und Bekannte interessieren sich für das Profil. Die Werbeindustrie nutzt die Angaben für maßgeschneiderte Angebote: Singles werden zu Kontaktbörsen weitergeleitet, die Lieblingsmusik kann online bestellt werden. Und wer gern nach Neuseeland reist, braucht auf das erste Urlaubs-Angebot nicht lange zu warten. Journalisten recherchieren in den Netzen, die Polizei stöbert Freunde von Vermissten auf, Pädophile suchen Kontakt zu Kindern. Und wer der ganzen Welt mitteilt, dass er sich morgen in den Urlaub verabschiedet, kann den Einbrechern gleich den roten Teppich auslegen. Auch Arbeitgeber, so Medienpädagoge Weber, nutzen die Internet-Plattformen. Bewerber, die sich mit Bierkästen ablichten lassen oder Mitglied der Gruppe "Montags mach' ich immer blau" sind, haben bei den Chefs vermutlich schlechte Karten. Das Problem bei vielen Netzwerk-Kontakten: Man weiß nie genau, wer hinter dem Profil steckt. Namen- und Altersangaben können ebenso falsch sein wie die eingestellten Fotos. Dabei ist auch das Netzwerk kein rechtsfreier Raum, rassistische Äußerungen und Beleidigungen sind tabu. Bei Missbrauch sollte man sich nicht scheuen, die Polizei zu informieren. Und wie kann man Kinder für die Gefahren sensibilisieren? "Über Verbote funktioniert es nicht", versicherte Experte Weber. Das offene Ansprechen von Problemen ist der bessere Weg. Die Eltern sollten Interesse zeigen und sich direkt am Computer erklären lassen, wie ihr Nachwuchs das Internet nutzt.Am Dienstag, 24. November, ist die Elternschule am Warndt-Gymnasium zu Gast. Um 19.30 Uhr referiert Diplom-Psychologin Monika Krahmer über "Herausforderung Pubertät". "Wer im Netz seine Reise ankündigt, rollt Einbrechern den roten Teppich aus."Martin Weber