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Ganster bleibt Linker
Paul Ganster will den Linken treu bleiben

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Paul Ganster FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Kommunalpolitiker drängt auf Rückkehr in die Partei. Von Doris Döpke

„Ich war schludrig“, sagt Paul Ganster am Telefon mit leicht verlegenem Lachen.  Ja, räumt er ohne Umschweife ein, es treffe zu, dass er die Mitgliedsbeiträge, die er gemäß der Parteisatzung der saarländischen Linkspartei zu entrichten hatte, gut zwei Jahre lang nicht bezahlt habe. Die Nichtzahlung von Beiträgen über mehr als sechs Monate wird, wie berichtet, bei den Linken behandelt wie ein Parteiaustritt, und deshalb hatte der Landesvorstand ihm erklärt, er sei nicht mehr Mitglied der Linken. Die Satzung lässt Widerspruch dagegen zu; während des Widerspruchsverfahrens bleibt der Mitglieds-Status erhalten. Ganster will diesen Weg gehen und auch die Beiträge nachzahlen – „jetzt per Dauerauftrag“. Parallel dazu, sagt er, werde er wohl einen neuen Aufnahmeantrag stellen, „das geht schneller“.


Getroffen habe ihn der Ausschluss aus der Stadtratsfraktion. Bei der Fraktionssitzung habe er zwar mit einer heftigen Auseinandersetzung über sein Abstimmungsverhalten bei der Bürgermeisterwahl gerechnet – aber nicht mit einem Ausschluss. Voraussetzung dafür seien normalerweise „grobe Verstöße“ gegen Partei-Richtlinien. Die sehe er für sich selbst aber nicht, er habe schließlich nur von demokratischen Freiheiten Gebrauch gemacht, die ihm als Mandatsträger zustünden. „Bei der Fraktion werde ich eine Klärung anstreben“, sagt er.

Seine politische Heimat sei weiterhin die Linkspartei. Ihr wolle er treu bleiben. Und auch, wie bisher, als Mitglied zugehörig. Wobei er hinzufügt: „Ich werde gegebenenfalls eine abweichende Meinung formulieren“ zur in der Partei vorherrschenden Position. Etwa beim Thema Windkraft. Das sei ja in einer demokratischen Partei ganz normal.