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| 20:14 Uhr

Pastor geht in den Hunsrück

Pastor Markus Weilhammer verabschiedet sich am 23. und 24. Mai. Foto: Horst Lange
Pastor Markus Weilhammer verabschiedet sich am 23. und 24. Mai. Foto: Horst Lange
Ludweiler/Geislautern/Lauterbach. Abschied nehmen heißt es für Pastor Markus Weilhammer von der Seelsorgeeinheit der katholischen Kirchengemeinden Ludweiler, Lauterbach und Geislautern. Nach mehr als zehn Jahren zieht es den Geistlichen zu neuen Ufern. Am 23. und 24. Mai verabschiedet sich Markus Weilhammer mit einer letzten Eucharistiefeier von seinen bisherigen Wirkungsstätten, ehe er 11 Von SZ-Mitarbeiter Horst Lange

Ludweiler/Geislautern/Lauterbach. Abschied nehmen heißt es für Pastor Markus Weilhammer von der Seelsorgeeinheit der katholischen Kirchengemeinden Ludweiler, Lauterbach und Geislautern. Nach mehr als zehn Jahren zieht es den Geistlichen zu neuen Ufern. Am 23. und 24. Mai verabschiedet sich Markus Weilhammer mit einer letzten Eucharistiefeier von seinen bisherigen Wirkungsstätten, ehe er 11. und 12. Juli in seine neuen Gemeinden in St. Andreas/Monzelfeld und St. Georg/ Morbach-Merscheid eingeführt wird. "Meine erste Pfarrstelle war eine große Herausforderung", blickt Weilhammer zurück. Schließlich galt es nicht nur, für insgesamt 7300 Katholiken da zu sein, sondern in Ludweiler als Manager und Bauherr für die Verwirklichung des neuen Pfarrzentrums zu wirken. Als er im Oktober 1998 noch in der alten, mittlerweile längst abgerissenen katholischen Kirche seinen Dienst in Ludweiler und Geislautern antrat (Lauterbach kam als dritte Pfarrei erst im Juli 2005 hinzu), existierten für das neue Zentrum in Ludweiler nur die Pläne. Mit Tatendrang und voller Energie ging Weilhammer an die Verwirklichung des Großprojekts. Im Zeichen guter Ökumene gewährte die evangelische Kirchengemeinde Ludweiler in der Hugenottenkirche Obdach, ehe im Dezember 2000 die neue Kirche mit außergewöhnlicher Architektur und das Pfarrheim mit Pfarrhaus eingeweiht wurden.Ein neues KinderhausEin Herzenswunsch erfüllte sich für Weilhammer erst vor wenigen Tagen, als das neue Kinderhaus St. Monika in Ludweiler eröffnet wurde und damit das seit 1994 währende Provisorium in der Ringstraße ein Ende hatte. "Die Situation der Kirche hat sich in den letzten zehn Jahren massiv geändert, sowohl was die Ansprüche an die Kirche als Dienstleister als auch den rapiden Glaubensschwund betrifft", meint Weilhammer zurückblickend. Bedauerlich findet er, dass in den drei Pfarrgemeinden selbst gute Katholiken nur schwer bereit seien, den Ort zu wechseln, also auch einmal einen Gottesdienst in einer anderen Kirche zu besuchen. Ob es Berührungsängste sind, ein Kirchturmdenken oder einfach nur die fehlende Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen, mag Weilhammer nicht beurteilen, obwohl Jesus Christus doch nicht nur für ein Dorf gestorben sei und deshalb überall für alle präsent sei. Mit einer Anspruchshaltung, wie er sie vorgefunden habe, sei für ihn oft die Grenze der Belastbarkeit erreicht und manchmal auch überschritten worden. Denn vier Gottesdienste an jedem Wochenende, dazu die Feiertage, Beerdigungen und Hochzeiten sorgten bei Weilhammer für einen übervollen Terminkalender. "Ich habe mich dennoch als Nichtsaarländer im Warndt wohl gefühlt", erzählt der Pastor, "habe mich bemüht, auf jede Gemeinde mit ihrem eigenen Charisma und ihren Besonderheiten einzugehen." Hilfreich standen ihm, da ja kein Kaplan oder Vikar zur Verfügung stand, die Gemeindereferentinnen Karin Müller-Bauer und Martina Scholer, Pfarrsekretärin, Organist und Küsterin zur Seite. Mit ein bisschen Wehmut nimmt Markus Weilhammer Abschied vom Saarland, "denn die erste Pfarrstelle ist ein auch bisschen wie die erste Liebe." Die Verbundenheit werde deshalb Bestand haben, seinen Freundeskreis will Weilhammer weiter pflegen, auch wenn nun auf ihn sechs Pfarreien mit neun Dörfern und 4400 Katholiken im Hunsrücker Monzelfeld in einem ländlich strukturierten Raum als nächste Großbaustelle warten. "Und schließlich bin ich", freut sich Weilhammer, "auch wieder ein bisschen näher an meiner Heimat, dem Ahrtal."Eine Zeit der VakanzFür die katholischen Christen in Ludweiler, Geislautern und Lauterbach beginnt nun die Zeit der Vakanz. "Vertretung und noch mal Vertretung heißt jetzt die Devise", meint Weilhammer. Und ein Ende der priesterlosen Zeit ist auch noch nicht abzusehen, leidet das Bistum Trier doch wie alle Diözesen unter zunehmendem Priestermangel." Seelsorger der benachbarten Pfarreien werden also einspringen müssen, wobei die gewohnte Zahl der Gottesdienste sicherlich nicht zu halten sein wird.

Markus Weilhammer (rechts) bei der Einweihung des neuen Kindergartens St. Monika in Ludweiler. Foto: Becker & Bredel
Markus Weilhammer (rechts) bei der Einweihung des neuen Kindergartens St. Monika in Ludweiler. Foto: Becker & Bredel