Pärchen lernen sich kennen

Ältere Schüler helfen Jüngeren, ihr Deutsch zu verbessern. Doch bei dem Sprachpaten-Projekt muss auch die Chemie stimmen. Deshalb gab es nun am Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium ein Kennenlern-Treffen.

Am Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium (MLK) war am Montag Verbindungstag beim Sprachpaten-Projekt: der Tag, an dem junge und alte Sprachpaten zusammenfinden. Auch sieben Jahre nach Einführung des Sprachpatenprojektes sind Lehrerin Heike Schröter und ihr Kollege Josef Engel immer noch verblüfft, wie viele ältere Schüler Jüngeren helfen wollen, ihr Deutsch zu verbessern. Dabei gibt es kaum Lohn für das Ehrenamt. Ein bisschen Aufwandsentschädigung gibt es von der Stadt - und eine Bescheinigung für den Lebenslauf. Schröter, die die Projektsteuerung innehat, während sich Engel als Deutschlehrer um das Fachliche kümmert, sagte den Anwärtern: "Ihr zeigt hier soziales Engagement." Und das könne später, im Rennen um die besten Ausbildungsplätze, von Vorteil sein.

Auch Marie Roos, inzwischen in Klassenstufe elf, war vor einem Jahr Sprachpaten-Anwärterin. Sie hat sich um Nesrim gekümmert. "Sie war zunächst noch Grundschülerin, ist inzwischen aber bei uns auf dem MLK", so berichtete Sprachpatin Roos ihren potenziellen Nachfolgern - in der deutlichen Überzahl Mädchen. "Am Anfang haben wir geredet und gelesen, dann auch Hausaufgaben gemacht", so fuhr sie fort. Die dabei entdeckten Schwächen sind beide gemeinsam angegangen - und ohne großen Stress hat Nesrim ihr Deutsch deutlich verbessert: "Mit Marie hat es immer Spaß gemacht."

Zunächst geht es um die Wochentage, an denen das Sprachpaten-Training möglich ist. So verteilten sich zunächst die jungen Teilnehmer an den fünf Tischen mit den verschiedenen Wochentagen von "Montag" bis "Freitag". Dann gesellten sich die Älteren dazu. Lehrer Engel erklärte derweil, dass es mehr Mängel gebe als fehlende Vokabeln oder falschen Satzbau : "Im Gespräch zeigt sich zum Beispiel, ob der Gegenüber jeden Satz mit ,Und dann' beginnt."

Also wird dann erst einmal fünf Minuten geplaudert. Schließlich entscheiden dann die Kinder, wer sie beim Deutschlernen unterstützen soll. Neun sind es an diesem Verbindungstag. Dabei wird es jedoch nicht bleiben. "Mindestens drei Kinder sind noch krank", sagt Schröter. Zweitens brauchten vermutlich noch etliche Sextaner des kommenden Schuljahres Unterstützung. Deshalb will sich das Sprachpaten-Projekt beim kommenden Tag der Grundschüler vorstellen und dabei weitere Sprachpaten-Pärchen vermitteln.