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Kurdisches Kulturzentrum passé, aber
Ortsrat will nach Streit um Zentrum wachsam bleiben

Völklingen. Der Völklinger Ortsrat genoss am Mittwochabend sozusagen die Früchte seines Widerstandes. Im Mai 2017 hatte er als erstes Beschlussgremium in der Stadt mit überwältigender Mehrheit Nein gesagt zu einem an der Ecke Püttlinger Straße/Schubertstraße geplanten kurdischen Kulturzentrum.

Nun hat der Grundstückseigentümer eingelenkt und will nur noch einen Friseursalon und ein Café in den Lagerräumen der ehemaligen Dachdeckerei einrichten. Ursprünglich sollte ein Extra-Bebauungsplan für das Zentrum erstellt werden. Aber das lehnte dann auch der Stadtrat ab.


Eine Bebauungsplanänderung ist Vorrecht der politischen Gremien. Doch dieses Thema ist vom Tisch. Der Völklinger Ortsrat wurde deshalb damit  nur noch zur Information befasst. Es liegt an der Stadtverwaltung, zu entscheiden, ob Café und Friseursalon in die Umgebung passen, die nach wie vor als Allgemeines Wohngebiet eingestuft ist. Der jetzige Bauantrag sei grundsätzlich genehmigungsfähig, betonte Wolfgang Paquet von der Abteilung Stadtplanung in der Ortsratssitzung. Nach Angaben Paquets sind insgesamt 240 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen, von denen 140 auf das Café entfallen. Für das Vorhaben seien 24 Parkplätze („mehr als ausreichend“) auf Privatgelände ausgewiesen.

Paquet musste sich dennoch kritischen Fragen aus dem Ortsrat und dem Publikum stellen. Der Vertreter der Stadtverwaltung versicherte hier, jegliche Erweiterung oder Nutzungsänderung müsse erneut beantragt, geprüft und dann genehmigt werden – oder auch nicht. „Wir werden genau hinschauen und überprüfen, wie sich Parksituation und Geräuschkulisse entwickeln“, bekräftigte Uwe Steffen (CDU), der als stellvertretender Ortsvorsteher die Sitzung leitete.



Einstimmig befürwortete der Ortsrat zwei Bauvorhaben von Firmen in Völklingen. Die Baustoffhandlung Niederer will ihren Stammsitz in Luisenthal (derzeit rund 100 Mitarbeiter) ausbauen. Sie will das angrenzende Gelände einer früheren Acetylenfabrik dazu nutzen, ihre Lagerhallen und Ausstellungsräume zu erweitern. Aldi möchte seine Filiale Am Betzen vergrößern. Doch da gibt es noch einen Haken. Ein Teil des Baubereichs, so der Einwand aus dem Innenministerium, liege in einem Vorranggebiet für Hochwasserschutz. Dieses Problem soll nun im Rahmen eines so genannten Zielabweichungsverfahrens aus dem Weg geräumt werden.

(er)