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Verkehrsplaner sollen umdenken
Ludweiler Ortsrat stellt seine Forderungen

 Die Völklinger Straße ist Teilstück der Landstraße L165 und Hauptdurchfahrtstraße in Ludweiler und zum abendlichen Berufsverkehr entsprechend befahren. Bisher – das Schild auf der rechten Seite zeigt es an – gilt hier Tempo 50. Im Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplans wird für viele Durchgangsstraßen aber Tempo 30 vorgeschlagen, so auch in Ludweiler.
Die Völklinger Straße ist Teilstück der Landstraße L165 und Hauptdurchfahrtstraße in Ludweiler und zum abendlichen Berufsverkehr entsprechend befahren. Bisher – das Schild auf der rechten Seite zeigt es an – gilt hier Tempo 50. Im Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplans wird für viele Durchgangsstraßen aber Tempo 30 vorgeschlagen, so auch in Ludweiler. FOTO: Andreas Lang
Ludweiler. So nicht, sagt der Ortsrat von Ludweiler zum neuen Völklinger Verkehrsentwicklungsplan. Das Gremium präsentiert jetzt seine Wunschliste. Von Andreas Lang

Kommunalpolitiker aus Ludweiler bezweifeln, dass der aus Darmstadt stammende Verkehrsexperte, der verantwortlich zeichnet für den Entwurf des neuen Völklinger Verkehrsentwicklungsplans, tatsächlich alle Gegebenheiten vor Ort kennt. Das stellte sich am Montagabend bei der Sitzung des Ortsrates Ludweiler im Sitzungssaal des Alten Bürgermeisteramtes heraus. Dabei hatte sich der Ortsrat zu positionieren zum Konzept, das das Büro R+T Verkehrsplanung erarbeitet hat; dessen Fachmann Frank Schleicher-Jester hatte es vorgestellt.


Bernd Bohner (CDU) und Margot Haselmann (SPD) denken dabei besonders an den von den Planern vorgeschlagenen Verkehrskreisel, der die Einmündung der Werbelner Straße in die Völklinger Straße leistungsfähiger machen soll. Bohner und Haselmann erklären quasi unisono: „Ein solches Vorhaben wurde bereits mehrfach als nicht machbar beurteilt.“

Wie auch der Ortsrat Lauterbach hat der Ortsrat Ludweiler der Verwaltung eine detaillierte Liste zukommen lassen, auf der alle von den Kommunalpolitikern geäußerten Wünsche aufgezählt werden. Klar, dass dabei auch Punkte auftauchen, die seit vielen Jahren Themen in den Ortsratssitzungen sind. In Ludweiler zum Beispiel eine Lichtzeichenanlage, also eine Fußgängerampel, zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Hugenottenkirche. Oder ein Verkehrsspiegel, der bei der Ausfahrt vom Norma-Parkplatz einen besseren Überblick über die Verkehrslage auf der Saarbrücker Straße bietet.



Selbstverständlich tauchen auch die jüngst in der Diskussion stehenden Maßnahmen um Rosseler, Werbelner, Karlsbrunner Straße und Hohlstraße auf der Verbesserungsliste auf, die erneut und in aktualisierter Form der Verwaltung übergeben wurde. Etwa so: „Dringenden und vor allem kurzfristigen Handlungsbedarf sieht der Ortsrat Ludweiler in der Rosseler Straße. Hier fordert er die Stadtverwaltung auf, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Höhe Spielhalle durchzuführen, so dass die Autos über den Eisvogelpfad in die Rosseler Straße einbiegen müssen. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob auf der Straße Rotweg wieder 70 Kilometer pro Stunde ausgeschildert werden kann.“ So wurde es zuletzt in einer Bürgerversammlung erarbeitet.

„Kritisch wird auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 und an den Schulen sogar auf zehn Kilometer pro Stunde gesehen“, heißt es weiter. Ohne Kontrollen sehen die Ludweiler Kommunalpolitiker keine Chance, die Temporeduzierungen durchzusetzen, doch fragen sie sich, wer denn da kontrollieren soll – schließlich verfüge die Stadt nicht über die personellen und finanziellen Ressourcen.

Es sei denn durch stationäre Radarfallen. Der Ortsrat zählt die Hohlstraße, Werbelner, Karlsbrunner und Lauterbacher Straße als mögliche Standorte auf, wobei erst genannter in der Prioritätenliste ausdrücklich ganz oben stehe.

Positiv sieht der Ortsrat um Ortsvorsteher Andreas Willems (SPD), dass die Takte bestehender Buslinien erweitert, ergänzt, umgestellt und teilweise sogar verdoppelt werden sollen. Doch sollten die Stadtwerke vorab prüfen, ob dies wirtschaftlich darstellbar sei und eine entsprechende Fahrgastauslastung erzielt werden könne. Gleiches gelte auch beim Vorhaben, die SHG-Kliniken und die Ludweiler Siedlung mit einer neuen Buslinie zu verbinden.

Die Radler betreffend, spricht sich der Ortsrat dafür aus, dass der Fahrradweg Velo-Visavis von der Einmündung an der Ratsschänke an verlegt wird auf die Werbelner Straße. Die Kommunalpolitiker fordern im Zuge dieser Verlegung einen Schutzstreifen für Radfahrer auf den entsprechenden Fahrbahnen.

Und schließlich kehren sie noch einmal zum Autoverkehr zurück: „Wir bitten, zu prüfen, ob eine Einbahnstraßenregelung wie vormals bei der Baustelle Werbelner Straße für Händel- und Brahmsstraße jeweils nur in eine Richtung umsetzbar ist.“ Dabei macht der Ortsrat allerdings eine wichtige Einschränkung: „Unerlässlich und maßgeblich ist hier die Beteiligung und Zustimmung der dort wohnenden Bürger“, sagt Ortsvorsteher Willems.

 Der obere Teil der Ludweiler Schulstraße wird erneuert – samt Kanalisation und Bürgersteigen. Für die Gehwege kommen Kosten auf die Anlieger zu, so sieht es die städtische Straßenausbau-Beitragssatzung vor.
Der obere Teil der Ludweiler Schulstraße wird erneuert – samt Kanalisation und Bürgersteigen. Für die Gehwege kommen Kosten auf die Anlieger zu, so sieht es die städtische Straßenausbau-Beitragssatzung vor. FOTO: Andreas Lang