Operation Tiefgarage startet

Die Zustände in der Völklinger City-Tiefgarage nähern sich an manchen Stellen denen in einer Tropfsteinhöhle: Nach einer eindrucksvollen Ortsbesichtigung erhielt Oberbürgermeister Lorig einstimmig grünes Licht für eine unverzügliche Sanierung.

Völklingens Unterwelt ist zwischen Bismarckstraße und Rathausstraße zu finden. Die Rede ist von der City-Tiefgarage, die bisher auf vier Ebenen an die 400 Stellplätze bietet. Diese Zahl dürfte sich in etwa halbieren, wenn (voraussichtlich ab Mai) die Sanierung auf den Ebenen 1 und 3 beginnt. "Uns bleibt nichts anderes übrig", fasste CDU-Sprecher Rüdiger Hirtz die Meinung seiner Stadtratskollegen zusammen. Nach einer Ortsbesichtigung am Mittwochabend hatte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) den zuständigen Ratsausschuss für Grundstücks- und Gebäudemanagement (GGM) überzeugt. Der Verwaltungschef erhielt einstimmig grünes Licht für seinen Plan, für 740 000 Euro die Tiefgarage zumindest an den nötigsten Stellen, sprich zwischen den direkt übereinander liegenden Ebenen 1 und 3, zu sanieren. Wobei sich auch hier, wenn der Stahlbeton sozusagen "aufgemacht" wird, noch weitere Kosten auftun können.

Lorigs Baufachmann Stephan Michely hatte die Ratsmitglieder durch das Gebäude geführt. Schon auf Ebene 1 sahen sie, wie Wasser an Pfeilern herunterlief. Dies, so Michely, sei aber nicht so gravierend, weil es sich nicht um aggressives Wasser handele. Es rühre von Brüchen von Wasser- und Fernwärmeleitungen in dem über der Garage liegenden, weitläufigen Gebäudekomplex. Dort gebe es Leerstände, und wenn Schäden aufträten, seien Ursache und Eigentümer "manchmal erst nach einigen Wochen zu finden".

Die richtig gravierenden Schäden zeigten sich dann bei der Begehung von Ebene 3. Dort hat sich Wasser , und zwar richtig aggressives, inzwischen an einigen Stellen schon komplett durch die Stahlbetondecke gearbeitet - mit der Folge, dass Teile abplatzten. Dieses Wasser enthält Chloride, die mit Eis und Schmelzwasser von den Autos eingeschleppt worden sind. Diese Brühe arbeitete sich dann scheinbar unaufhaltsam in die Decke vor.

Ihr Einfallstor waren stählerne Einlaufrinnen. Die Erbauer des betroffenen Teils der Garage, sprich des Abschnitts mit den Ebenen 1 und 3 zur Bismarckstraße hin, hatten sie zwischen 1978 und 1979 in die Fahrbahnen eingesetzt. Dort hatten sie dann über Jahrzehnte hinweg Zeit zum Durchrosten.

Kern des Sanierungspakets ist nun, dass ganze Deckenabschnitte herausgeschnitten und erneuert werden müssen (die SZ berichtete). Dies verbindet sich mit einem ganzen Rattenschwanz von Begleitmaßnahmen.

Die Sanierung soll auch dazu genutzt werden, die Parkflächen auf Ebene 1 der Größe heutiger Autos anzupassen. "Dann werden auch die Frauenparkplätze auf Ebene 1 breiter", versprach Oberbürgermeister Lorig. Knapp wird aber nun zunächst der Parkraum in der Innenstadt. Während der drei Monate, die die Sanierung in der Tiefgarage dauern soll, soll gleichzeitig der Abriss der Ruinen rund um den Ex-Kaufhof beginnen. Zudem soll gegen Jahresmitte das neue Ärztehaus in der Poststraße eröffnet werden. Lorig sagte auf Nachfrage im Ausschuss, er sehe derzeit keinen Ersatz. Zumindest tagsüber könnten die Leute ja bei Globus parken.

In den Ebenen 2 und 4, erbaut von 1976 bis 1976, südlich des Aufzugs zur Rathausstraße hin gelegen, ist sprichwörtlich auch nicht alles in Butter. Doch sie sollen im Moment noch außen vor bleiben.Der Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales kann sein Votum zum Umbau eines Luftschutzkellers für die Nachmittagsbetreuung in der Schule Bergstraße nicht, wie geplant, bis 2. März verschieben. Heinz Beck, zuständiger Fachbereichsleiter, teilte am Mittwoch mit, dass zwei Platanen, die gefällt werden müssten, der Baumschutzsatzung unterliegen. Die Fällung müsse bis Ende Februar erledigt sein, weil sie so sonst erst wieder ab 1. September möglich werde. Der Ausschuss soll nun eine Sondersitzung einlegen. Die SPD-Fraktion hat am Mittwochabend einen Antrag, 200 000 Euro außerplanmäßig für die Errichtung einer gebundenen Ganztagsgrundschule auf dem Heidstock einzusetzen, zurückgezogen. Sie folgte damit nach langer Diskussion im Ausschuss für Grundstücks- und Gebäudemanagement des Stadtrates einem Vorschlag von Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ), zunächst ein internes Treffen der Fraktionschefs und -sprecher anzusetzen, "um das Knäuel bei der Schulsituation in Völklingen zu entwirren".

Mehr von Saarbrücker Zeitung