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Start bereits an diesem Donnerstag
Ex-Hürdenläufer baut die Kassenschlangen ab

Frische Produkte aus der Region sollen ein Markenzeichen des Völklinger Globus-Warenhauses bleiben: Oliver Kirch, neuer Geschäftsleiter, in der Obst- und Gemüseabteilung.
Frische Produkte aus der Region sollen ein Markenzeichen des Völklinger Globus-Warenhauses bleiben: Oliver Kirch, neuer Geschäftsleiter, in der Obst- und Gemüseabteilung. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Gelegentlich ein Ärgernis für Globus-Kunden: Lange Schlangen vor den Kassen. Nun gilt auch hier Selbstbedienung. Mit einem „Scan-and-Go“-System will der neue Chef Oliver Kirch bereits ab diesem Donnerstag den Einkauf flotter machen. Von Bernhard Geber

Oliver Kirch (39) ist seit Mai Chef im Völklinger Globus-Warenhaus. Er hat in dieser Zeit ausgiebig beobachtet. Und auch bemerkt, was man noch besser machen kann. So gibt’s bei rund 5000 Kunden im Schnitt pro Tag zu Stoßzeiten längere Schlangen vor den Kassen. Kirch, in jüngeren Jahren erfolgreicher Leichtathletik-Mehrkämpfer mit der Spezialdisziplin Hürdenlauf, will Kunden möglichst Hindernisse ersparen. Und deshalb bietet Globus Völklingen von diesem Donnerstag an – als Alternative zu dem Warten an der Kasse – ein so genanntes Scan-and-Go-System an.


Das läuft, kurz gefasst, so: Der Kunde nimmt am Eingang ein Gerät zum Scannen der Preise in die Hand. Mit diesem scannt er jeden Artikel, den er in den Einkaufskorb legt. Der Scanner addiert die Preise und hält damit auf dem Laufenden, wie viel man bisher ausgegeben hat. Mit Einkaufskorb und Scanner geht es dann an eine der sechs Bezahlstationen. Zwei von ihnen nehmen auch Bargeld an. Globus vertraut in der Regel seinen Kunden. Aber es können Stichproben stattfinden. Wie und bei wem? Das geht nicht nach Gesicht oder Hautfarbe. Ein Zufallsgenerator wählt sozusagen blind die Betreffenden aus.

Ausführliche Informationen dazu, wie es funktioniert, gibt es im Markt. Und auch persönliche Berater sind zur Stelle. Wer’s lieber auf die alte Art macht, wird weiterhin elf normale Kassen finden. Und auch da hat Kirch bereits etwas verwirklicht, was man heutzutage Ergonomie nennt. Kassiererinnen und Kunden können sich nun dort offenkundig weit bequemer bewegen.



Zum Globus Völklingen gehört auch ein Ableger jenseits der Bahnlinie vor dem Weltkulturerbe. Dort finden sich Getränkecenter, Kfz-Werkstatt, Tankstelle und Waschstraße. Bei der Autopflege galten bisher die üblichen Zeitlimits. Kirch will auch das verbessern. Auto waschen soll künftig „24 Stunden an 365 Tagen im Jahr“ möglich sein. Deshalb wird zusätzlich ein Selbstbedienungs-Waschpark mit fünf überdachten Stellplätzen und acht überdachten Sauger-Plätzen samt Fußmatten-Reinigungsautomaten gebaut. Die Anlage soll Ende Oktober fertig sein.

Aufgepeppt wurde bereits das benachbarte Getränke-Center. Dort gibt es nun eine „Craft-Beer-Area Völklingen“ mit vielen Biersorten, „die außerhalb des Mainstreams liegen“ (Kirch). Und im Warenhaus findet sich auch wieder regelmäßig Fisch aus der Anlage in Völklingen.

Kirch wohnt zusammen mit seiner Frau Jeannette und drei Kindern in Schwalbach. Und hat dort zu Hause – ein Hobby, das sozusagen aus der Familie kommt – auch einen kleinen Streichelzoo eingerichtet. In seiner früheren Karriere hatte der studierte Betriebswirt unter anderem für die Aldi-Kette in Australien neue Filialen aufgebaut. Bevor es den „Elmer Bub“ (Kirch) wieder in die Heimat zog. Mittlerweile ist er beruflich und persönlich voll in Völklingen angekommen. Er hat kürzlich das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftskreises, der Interessenvertretung von Händlern und Gewerbetreibenden, übernommen. Engagement für die Stadt („der Globus gehört zu Völklingen“) hatte auch schon bei Kirchs Vorgängern Tradition.

In solchen Regalen ruhen die Scanner. Vor der Benutzung muss man sich aber noch an der Information eine Kundenkarte besorgen.
In solchen Regalen ruhen die Scanner. Vor der Benutzung muss man sich aber noch an der Information eine Kundenkarte besorgen. FOTO: BeckerBredel