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Brass-Band hat den Zeltaufbau im Griff
Zehn Tonnen Material per Sattelschlepper

Beim Aufbau arbeiten die Helfer auf dem Friedrich-Ebert-Platz konzentriert zusammen.
Beim Aufbau arbeiten die Helfer auf dem Friedrich-Ebert-Platz konzentriert zusammen. FOTO: BeckerBredel
Ludweiler. Am Freitagabend geht es los. Doch vor dem Oktoberfest-Vergnügen steht viel Schweiß. Wir waren beim Zeltaufbau in Ludweiler dabei. Von Andreas Lang

Vor Überraschungen sind auch erfahrene Festzeltbauer nicht gefeit. In Reihen des Fanfarenzugs Brass-Band Ludweiler finden sich gleich mehrere alte Zeltbau-Hasen, auch wenn der Verein nur einmal im Jahr den wandernden Feiertempel zum Völklinger Oktoberfest auf dem Friedrich-Ebert-Platz aufbaut. Am Freitag geht das zünftige Volksfest wieder los, weshalb bereits am Dienstag 17 Männer und drei Frauen viel Muskelkraft investierten, um das große Festzelt aufzubauen.


Eric Eichten, Dirigent und zweiter Vorsitzender der rotberockten Blasmusiker, widerfahren die Überraschungen. Eine bereits am Montagabend, als er mit einer kleinen Mannschaft den sonst als Parkplatz genutzten Platz abgesperrt hat. „Da haben wir ein Völklinger Nummernschild gefunden, ich bin gespannt, ob das einer vermisst und es abholt“, so Eichten. Die Überraschung am Dienstagmorgen war dann positiv zu bewerten: „Kein einziges Auto stand da mehr auf dem Platz, das erspart uns langwierige Halterermittlung und bei den Leuten zu klingeln, damit die die Autos wegfahren.“ Geschweige denn, einen Abschleppwagen kommen zu lassen, weil es nicht anders geht.

Folglich liegen auch die anschließenden Arbeiten gut im Plan, wie auch der Vorsitzende Michael Heintz feststellt. Auch weil wegen des Tages der Deutschen Einheit dieses Mal ein zusätzlicher Tag für Zeltaufbau und Einrichtung zur Verfügung steht. Uneins sind sich die beiden Vorsitzenden, ob sich das tatsächlich positiv auswirken wird. Während Eichten davon überzeugt ist, warnt Heintz: „Das hatten wir schon mal, und es wurde hintenraus eng, weil sich jeder gesagt hat: ,Och, wir haben ja einen Tag mehr.‘“.



Der Aufbau des metallenen Zeltskellets läuft schon mal reibungslos. Das Gerüst wird direkt an den dafür beim Platzumbau vor einigen Jahren eingebauten Verankerungsplatten befestigt. „Erinnerst Du Dich noch daran?“, unterhalten sich zwei Mitglieder der Brass-Band, die schon seit Jahrzehten immer bei den Arbeitseinsätzen dabei sind. „Erdnägel – die haben wir früher benutzt, um das Zelt fest zu verankern – bevor die Platten da waren.“ Seit dem Umbau läuft es einfacher. Deckel abschrauben, Ankerplatte für das Zelt aufschrauben, später den Zeltpfosten mit einem Bolzen befestigen – das war’s.

In Sachen Größe ist das Zelt für die Region übrigens ein echter Riese – auch wenn es mit den wahren Großbauten auf der Münchner Wies‘n oder der Cannstatter Wasen bei weitem nicht mithalten kann. Ein kompletter Sattelschlepper ist notwendig, um das insgesamt zirka zehn Tonnen schwere Zelt zu transportieren.

Eine andere Gruppe zieht nach einer kurzen Pause das Zeltdach ein. Neun Bahnen sind es. Jede hat am Rand eine Verstärkung, die genau in die Nut am Dachträger passt. So schließt jede Bahn wasserdicht ab. Wieder ist Muskelkraft gefragt – und Koordination, denn die beiden Gruppen an beiden Rändern müssen gleichmäßig ziehen. Jeweils auf jedes Hopp ein Zug auf die Seile. Eine weitere Gruppe hängt derweil bereits die Seitenwände des Zeltes ein.

„Heute wollen wir das Zelt selbst und die Bühne schaffen“, so Eichten. Am Feiertag wolle sich der Verein dann bereits der Einrichtung widmen, ebenso an diesem Donnerstag. Und was dann noch nicht erledigt ist, muss spätestens bis zum Festbeginn am Freitag gemacht sein.

Der Auftakt ist für 18 Uhr geplant, Ortsvorsteher Andreas Willems will im Zuge der Eröffnung bei seiner Premiere als Schirmherr des Oktoberfestes gegen 19.30 Uhr den Fassanstich übernehmen. Anschließend spielen die Konsorten  zum Auftakt eines tollen Völklinger Oktoberfest mit drei Tagen Musik und Gaudi. Und auch der traditionelle Umzug der Musikkapellen steht an, der am Sonntag das Stück vom Netto-Markt zur Hugenottenkirche läuft. Heintz weiß: „Etliche Zuschauer kommen extra wegen des Umzuges, und zwei Mal mussten wir tatsächlich absagen.“ Einmal wegen des Wetters, einmal wegen mangelnder Beteiligung an Musikanten. Übers Wochenende hofft die Brassband auf insgesamt mehr als 3500 Gäste.