Heiligabendaktion in Völklingen: „Oh Tannenbaum“ singen, das muss sein

Heiligabendaktion in Völklingen : „Oh Tannenbaum“ singen, das muss sein

Heiligabend-Aktion in der Völklinger Innenstadt: Ehrenamtliche aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Eligius bewirten gut 120 Menschen, die arm oder einsam sind. Die Gäste genießen den Abend.

Dem prächtig geschmückten Christbaum wollen die Kinder unter den vielen Besuchern der Heilig-Abend-Aktion der Pfarreiengemeinschaft St. Eligius im Pfarrsaal der St. Michaels-Kirche unbedingt noch ein Ständchen bringen. Ein Wunsch, den Diakon Patrick Winter als Organisator des Abends unverzüglich erfüllen möchte und kann. Also schart er die Jungs und Mädchen um das vorbereitete Mikrofon, sorgt mit wenigen Worten für etwas Ruhe im Saal. Denn kurz zuvor hat man sich noch angeregt unterhalten. Jetzt aber das weihnachtliche Ständchen: „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum.“ Später wird es unter anderem auch noch „Jingle Bells“ zu hören geben.

Ein bisschen haben sie wieder am bewährten Plan geändert – Diakon Winter und sein starkes Team: „Lauter Ehrenamtliche, die mit viel Herzblut dabei sind, denen man nicht großartig Anweisungen geben muss, die schon wissen, was zu tun ist“, sagt Winter.

So ist das Räumchen im hinteren Bereich jetzt dafür vorgesehen, dass darin das Essen auf Tellern angerichtet wird. Kartoffelsalat mit Würstchen – in vielen Haushalten das Traditionsgericht des Abends.

In den Vorjahren wurden im Räumchen zum Abschluss die Geschenktüten übergeben. Lebensmittelrationen für die Erwachsenen, kleine, süße Gaben, oft auch Spielwarengutscheine für die Kinder. „Das machen wir dieses Mal oben in der Kirche, dann können unsere Gäste auch noch einen Blick auf unser Krippchen werfen“, sagt der Diakon.

Übrigens brauchen die mit Herzblut agierenden Ehrenamtlichen nicht lange, um sich mit den Gästen bekannt zu machen. Kaum sind nach einem kurzen Wortgottesdienst und der Weihnachtsgeschichte die Essen ausgeteilt, finden schon erste Gespräche statt.

„Was müssen diese Menschen und vor allem die Kinder schon Furchtbares erlebt haben?“, fragt eine Helferin, nachdem sie sich länger mit einer Familie ausgetauscht hat. Schreckliche Schicksale, die einen berühren, wie aus ihren weiteren Schilderungen hervorgeht. An einem anderen Tisch läuft der Austausch noch. „Zwei syrische Schwestern mit Kindern, sie haben unheimlich viel zu erzählen“, berichtet der Helfer.

Als das unterschwellige Klappern der Bestecke auf den Tellern dann so langsam verklingt, ist es auch schon an der Zeit, wieder abzuräumen. Auch das nehmen die aufmerksamen Gastgeber ihren Gästen ab – passend zu einer würdigen Feier zum Heiligabend. Einziger Wermutstropfen des Abends: Es geht allerhand an Essen zurück. „Schade drum“, sagt eine Ehrenamtliche, die sogar einige fast unberührte Teller in der Küche abgibt.

Für einige Besucher bricht auch relativ früh die Zeit des Abschieds an. Verschiedene Gründe angebend, verabschieden sie sich höflich bei Diakon Winter. Auf die Geschenktüten müssen die Früh-Heimkehrer ein bisschen länger warten. Sie sollen sie in den nächsten Tagen im Pfarramt St. Eligius abholen.

Klar, dass Diakon Winter später auch noch jedem einzelnen Helfer herzlich danken wird. Und das sind nicht nur die, die am Heiligabend direkt geholfen haben.

Im Vorfeld war genauso viel zu tun, wie in der Nachbereitung noch zu tun ist. Belohnt werden die Ehrenamtlichen alleine durch das Gefühl, Gutes getan zu haben. Und wenn die jungen Gäste dann singend nach Hause gehen, unterstreicht das, wie gut das Fest gelungen ist: „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum.“

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