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Völklinger Konzertreihe: „Oh cool, dann ist ja wieder was los“

Völklinger Konzertreihe : „Oh cool, dann ist ja wieder was los“

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Seit gestern weist im Pfarrgarten eine Bühne auf die nahenden City Open Airs hin. Wir waren beim Aufbau dabei.

Die Arbeiten im Völklinger Pfarrgarten fallen auf. Und so bleiben auch immer mal Passanten stehen und fragen, was hier passiert. „Wird das eine Bühne?“, will ein jugendlicher Radler wissen. Als die Männer, die hier arbeiten, seine Vermutung bestätigen, freut er sich: „Oh cool, dann ist ja wieder was los.“

Auch ältere Semester sind neugierig. „Was wird das denn für eine Veranstaltung?“, will eine Dame wissen. „Das ist für die City Open Airs“, lautet die Antwort. Drei Mitarbeiter der Firma Absolut Sound sind auf dem Treppenpodest zum Pfarrheim der Eligius-Gemeinde zu Gange. Denn jenes wird demnächst wieder zur Bühne für Musiker ganz verschiedener Genres von Oldies bis Rock (siehe Info, wir berichteten).

Den „Deckel“, wie sie es nennen, haben die Männer quasi schon drauf. Anders als beim geflügelten Wort „Deckel drauf“ haben sie allerdings noch allerhand Arbeit vor sich, als die Turmuhr nebenan Mittag schlägt.

Mit dem Deckel ist in diesem Fall das Bühnendach gemeint, das aus allerhand Aluminium-Traversen, Verbindungsstücken, Spannseilen aus Draht und der Dachplane besteht. Die Vorgehensweise leuchtet ein. Vor allem, weil ja die vier später tragenden Säulen alleine nicht stehen würden. Und weil es in Brusthöhe leichter fällt, die riesige Plane aufzuziehen als nachher in luftiger Höhe. Die Plane dann mit Muskelkraft in die Höhe zu ziehen, wäre mit drei Mann bestimmt nicht zu bewältigen. Tragende Elemente sind zu diesem Zeitpunkt zwei Hebestative, die mit Kurbelantrieb einiges an Höhe überbrücken können.

Jakob Rybak leitet den Trupp an, dazu kommen die Mitarbeiter Jonas Ringeisen und Philipp Müller. Mit den Hebestativen bringen sie den Deckel in die jeweils benötigte Höhe. Mit weiteren Traversen-Elementen werden zum Beispiel zunächst Teile der Säulen montiert. Sind die befestigt, entlasten die Arbeiter die Hebestative zeitweise. Jetzt hat die Konstruktion die richtige Höhe, um die Scheinwerfertraversen zu montieren und die Seitenwände aus brandfestem Stoff – die Bühnentechniker nennen das Gaze – zu befestigen. Und weitere Spannseile, die unter anderem der Versteifung der Konstruktion dienen.

„Die Traversen können schon einiges an Last tragen“, weiß Rybak. Anders sehe das bei Großveranstaltungen aus, wo so viel Technik im Deckel verbaut werde, dass stärkeres Material benötigt werde.

Vier Wassertanks werden noch in Position gebracht. Je einer an jede Ecke, als Ballastkörper, falls über die kommenden Wochen einmal der Wind bläst. Denn wie schon bei den jüngsten beiden City Open Airs bleibt die Bühne von Anfang bis Ende stehen. „Unser Bühnenstatiker hat das berechnet“, so Rybak. Später werden die Behälter selbstverständlich mit Wasser befüllt. Bleibt noch, die übrigen Säulenelemente unterzustellen und den Kletterschutz anzubringen. Eine Vorgabe, damit die Bühne über Wochen auf dem öffentlichen Platz stehen darf. Rybak: „Außerdem patrouilliert die Stadtwache unregelmäßig.“

„Geht es dann doch schon wieder los?“, fragt ein anderer Passant. Eigentlich ja, denn eigentlich laufen die Völklinger City Open Airs jeden Donnerstag im Juli und August. Unabhängig von den Sommerferien, wie viele Völklinger glauben. Doch ausnahmsweise startet die beliebte Konzertreihe mit jeweils rund 1000 Besuchern dieses Mal eine Woche später. „Doch nächste Woche kommen wir einfach nicht dazu, die Bühne hier aufzubauen“, begründet Rybak den frühzeitigen Aufbau. Nächste Woche sei die Firma wegen des Electro Magnetic Festivals im Weltkulturerbe Völklinger Hütte gebunden.

 Die Konzertreihe ist beliebt. Hier ein Eindruck vom City Open Air im vergangenen Jahr: Anfang Juli begeisterte in der Innenstadt die Gruppe Teamwork. 
Die Konzertreihe ist beliebt. Hier ein Eindruck vom City Open Air im vergangenen Jahr: Anfang Juli begeisterte in der Innenstadt die Gruppe Teamwork.  Foto: BeckerBredel
 Gestern Nachmittag stand die Bühne bereits.
Gestern Nachmittag stand die Bühne bereits. Foto: ULrike Paulmann/Ulrike Paulmann

Die Vorfreude auf die Konzerte hat jedenfalls auch Oberbürgermeisterin Christiane Blatt gepackt.  „Mit den City Open Airs setzen wir auch in diesem Jahr wieder eine Veranstaltungsreihe um, die in der Innenstadt viele Bürgerinnen und Bürger mobilisiert“, gibt sie zu Protokoll. Das Programm sei eine Gewähr dafür, dass es auch in diesen Sommermonaten nicht langweilig werde.