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Nostalgie mit einem Hauch Melancholie

Völklingen. Ihren Stil haben die Alligatoren beibehalten und spielen durchgängig Rock'n' Roll der 50er Jahre. Im Schillerpark am Montagabend präsentierte sich die Band aber mit neuen Gesichtern. Und sprach auch über ihre Trauer um Saxofonist Bernd Ruffing. Andreas Lang

Die Titel sind weitgehend die alten bei den Alligators. "Ja, klar spielen wir den Rock'n'Roll der 1950er Jahre", sagt Jürgen Kiefer, Gitarrist der Alligators. Also "Jump, jive and wail", "Rock around the clock", gerne auch auf Deutsch: "Rote Lippen soll man küssen" und "Halbstark". "Oder auch mal ,Tainted love'", merkt Kiefer an. Das wurde eigentlich erst in den 1980ern bekannt und stammt aus dem Pop-Bereich. Die Alligatoren haben es aber so bearbeitet, dass es wie ein Song aus den Fifties klingt.



Auch das Publikum ist beim Auftritt der Alligators im Rahmen der Summer-Open-Airs im Schillerpark so, wie man es kennt. Viele stilecht in Petticoat oder Hosenträger-Jeans. Männerfrisuren mit Tolle und Entenschwanz gibt es auch zu bewundern, ebenso die akrobatischen Einlagen beim turbulenten Rock'n'Roll-Tanz vor der Konzertmuschel. Ihre Besetzung haben die Alligatoren aber kräftig durchgemischt. Das Saxofon fehlt auf den ersten Blick. Und der Mann, der es gespielt hat, fehlt den Alligators noch immer ganz besonders. Denn eine schwere Krankheit hat Bernd Ruffing Anfang des Jahres aus Leben und Band gerissen. "Ja, er fehlt uns sehr", bestätigt Kiefer traurig. Ruffing hat nämlich im Bedarfsfall auch mal Gitarre gespielt und stets mit Ausflügen ins Publikum und lustigen Einlagen für gute Stimmung gesorgt. Vor allem aber fehle er als Mensch, sagen die verbliebenen Musiker.

Sänger Bernd Gries ist auch nicht mehr dabei ("Er hat aus privaten Gründen aufgehört", sagt Kiefer) und seinen Nachfolger empfohlen: Christophe Guldner, der gelegentlich auch Piano spielt - das hat es bei den Alligators zuletzt nicht gegeben. "Er musste sich in den vergangenen Monaten unser Zeug draufschaffen, jetzt schauen wir mal, welche Titel wir von ihm einbauen können." Elvis passt dem Neuen gut, wie sich bei "All shook up" zeigt. Ja, und am Schlagzeug spielt Sebastian Berg. An Stelle von Christian Meissner, doch handelt es sich hierbei nicht um eine weitere Umbesetzung. Kiefer: "Er hilft heute aus."

Denn ursprünglich waren die Alligators davon ausgegangen, früher im Schillerpark zu spielen. Doch der eigentliche Termin war vor Wochen wegen Regens abgesagt und verlegt worden. So wie der Auftritt der Eric-Clapton-Tribute-Band Slowhand, der am kommenden Montag die Reihe der Summer-Open-Airs beschließen wird.

Ob es im kommenden Jahr weiter geht? Die Chancen stehen gut, denn die Betreiber des Parkhotels Albrecht, Silke und Markus Albrecht, haben offenbar weiter Lust auf Musikveranstaltungen in ihrem sommerlichen Park. "Wir arbeiten dran", bestätigen sie dann auch.