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Neuer Schachzug: SPD fordert barrierefreies Bordell

Neuer Schachzug: SPD fordert barrierefreies Bordell

Im gemeinsamen Kampf der Völklinger Kommunalpolitiker und der Bürgerinititiative gegen ein geplantes Großbordell im Völklinger Stadtteil Fenne versucht der SPD-Ortsverein Fenne nun einen neuen Schachzug.

Vorsitzender Gerald Zieder hat nach eigenen Angaben in seiner Eigenschaft als Vertreter des Bundesverbands der Selbsthilfe und Körperbehinderten e.V. in Völklingen den Antrag gestellt, dass das Bordell barrierefrei gebaut werden solle. Das hat laut Zieder folgenden Hintergrund: Wenn Veränderungen an dem Gebäude der Glashütte (zum Beispiel eine Rollstuhl-Rampe wegen der Stufen) fällig würden, dann könne das saarländische Landesdenkmalamt die Genehmigung verweigern.

Zuvor hatte der SPD-Ortsverein Fenne bereits den Antrag an das Landesdenkmalamt gestellt, auf der Fenner Glashütte eine Gedenkstätte für Zwangsarbeiter einzurichten.

Die Antwort des Landesdenkmalamtes, so Zieder, sei allerdings aus seiner Sicht nicht zufriedenstellend gewesen: Es sei zwar erwiesen, dass während des Krieges Zwangsarbeiter auf dem Gelände untergebracht gewesen seien. Dies sei aber in Gebäuden geschehen, die inzwischen nicht mehr vorhanden seien.

Es bleibe aber die Möglichkeit, eine Memorial-Plakette auf dem Gelände anzubringen. Zieder bekräftigte, man müsse es dem Antragsteller "so schwer wie möglich machen, dieses Großbordell zu eröffnen", damit er und andere Betreiber die Lust an solchen Projekten verlören.