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Name soll ein Versehen gewesen sein
Neuer Anlauf für kurdisches Kulturzentrum

Das Kulturzentrum soll an der Ecke Püttlinger Straße/Schubertstraße auf dem Gelände einer ehemaligen Dachdeckerei entstehen.
Das Kulturzentrum soll an der Ecke Püttlinger Straße/Schubertstraße auf dem Gelände einer ehemaligen Dachdeckerei entstehen. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Am Donnerstag diskutiert der Stadtrat erneut über ein geplantes Kulturzentrum. Der Trägerverein hat nun beteuert, dass sich der Einzugsbereich auf Völklingen beschränke. Von Bernhard Geber

Zwei Mal wurde das heiße Thema bereits im Stadtrat vertagt. Am Donnerstag (17 Uhr, Neues Rathaus, Großer Saal) geht es nun erneut um das geplante kurdische Kulturzentrum. Es soll auf dem Gelände einer ehemaligen Dachdeckerei an der Ecke Püttlinger Straße/Schubertstraße entstehen. Im Stadtrat machte man sich bisher vor allem darum Sorgen, dass durch Zustrom aus dem gesamten Saarland die Ruhe im dem rundum liegenden Wohngebiet gestört werde. Dies bestreitet nun ein kurdischer Verein in einer schriftlichen Stellungnahme.


Als Investor und Eigentümer des Geländes war bisher gegenüber der Stadt ein Verein „Kurdistan Kulturzentrum Saarland“ aufgetreten. Nun schreibt ein „Kurdischer Kulturverein Völklingen“, bei der Namensgebung sei – lediglich aus Gedankenlosigkeit – der Nachsatz „Saar“ gewählt worden. Ein über Völklingen hinaus gehender Einzugsbereich sei jedoch nicht geplant, denn „hierfür würde auch die Größe der Hallen beileibe nicht ausreichen“. Geplant seien eine Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung und ebenso eine Anlaufstelle für jene älteren Mitbürger, deren Deutschkenntnisse allenfalls rudimentär seien. Man lege großen Wert auf ein gutes nachbarschaftliches Miteinander, „bei dem auch die eigene Kultur nicht untergeht und erlebt werden kann“.

Der Brief, gerichtet an Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU), ist den Stadtratsunterlagen beigefügt. Er ist nicht namentlich unterzeichnet, sondern nur mit einem (unleserlichen) Handzeichen versehen.

Für einen Teil der Gebäude auf dem Gelände ist eine Wohn-Nutzung vorgesehen. Dies gilt als unproblematisch. An Ort und Stelle gab es bereits einen Dachdeckerbetrieb, aber ein Kulturzentrum könnte, wie befürchtet wird,  weit größere Auswirkungen auf die Nachbarschaft und die Umgebung haben. Der Verein hatte bereits mit vorbereitenden Arbeiten begonnen. Diese wurden im November auf Geheiß der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Rathaus eingestellt. Deren Leiter Toni Fery sagte damals auf SZ-Anfrage, Voraussetzung für eine Genehmigung sei auf jeden Fall, dass alle Unterlagen auf den Tisch kämen.

Die Stadtverwaltung schlägt dem Stadtrat nach wie vor vor, für das Gelände einen Bebauungsplan zu erstellen, der grünes Licht für das Kulturzentrum gibt. Den konkreten Bauantrag will der Verein dann laut jüngstem Schreiben „nach positivem Bescheid“ bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde einreichen. Es bleibt abzuwarten, ob den Ratsmitgliedern die jüngsten Erläuterungen ausreichen. Die SPD Innenstadt hatte konkrete Informationen angemahnt und einen derartigen Bebauungsplan als „falsch“ bezeichnet. Die CDU-Stadtratsfraktion hat schon die Meinung geäußert, in dem Gebiet solle künftig nur noch reine Wohnbebauung möglich sein.