Friseurschule : Völklingen hat eine neue Friseurschule für Profis

Saskia Volp ist Friseurmeisterin und wagt in Völklingens altem Bahnhof etwas Neues. Sie hat eine „Akademie der Haarwelten“, eine private Schule für Friseure gegründet, die sich als Fortbildungsstätte für Profis versteht.

Volp (44) ist Friseurin und Unternehmerin. In Bous, Riegelsberg und Hermeskeil betreibt sie zusammen mit ihrem Mann drei Salons mit 40 fest angestellten Mitarbeitern. Und als Ausbildungsmeisterin habe sie stets das gleiche Problem: „Im Laden können wir während der Geschäftszeiten nicht ungestört Wissen an die Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Nach Dienstschluss ist die Bereitschaft dazu nicht mehr da und auch die erlaubte Arbeitszeit ist schnell überschritten. Samstags brauchen wir jede Hand im Salon und der Sonntag soll nicht angetastet werden. Also suchten wir nach einer Trainingsstätte, in der man ungestört arbeiten kann. Fündig wurden wir im Völklinger Bahnhof. Von montags bis freitags finden dort unsere Kurse statt, für unser eigenes Personal und die Mitarbeiter anderer Friseure.“

Kurse in Schneide- und Färbetechniken seien notwendig, um stets mit neuen Trends und Materialien vertraut zu sein. Anmelden könnten sich aber nur Angehörige der Mitgliedsbetriebe des Handwerks. Im Make-Up-Bereich sei das anders, dort könnten auch privat Interessierte einen Tageskurs belegen. Zusammen mit Frieseurmeisterin Maria Freidinger aus Burbach, die zehn Jahre lang die Landesbeauftragte der Friseurinnung für das Damenfach war, mit Friseurin Michelle Künzer und den Meisterschülern Kevin Werb und Nicole Haen stehe ein gut ausgebildetes Dozententeam zur Verfügung. „Wir wollen mit der neuen Schule nicht das große Geld verdienen, sondern eine Lücke schließen, die alle Friseurbetriebe betrifft. Die Handwerkskammer bietet nämlich nur Kurse für Auszubildende, die nächste Akademie für Profis ist in Hessen“, sagt Volp.

Eine Chance will sie auch Wiedereinsteigerinnen geben. Viele Frauen würden im Friseurberuf pausieren, dann gern zurückkommen, bräuchten aber ein Training. „Man verlernt die Basis nicht, aber die Neuerungen muss man gezeigt bekommen. Dann hat man wieder gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Volp, die als Arbeitgeberin spricht. kommt, darf dort übernachten.

Schülerin Lucie Baderschneider (22) ist begeistert. Sie ist Friseurin und lässt sich Techniken für ein Abend-Make-Up beibringen. „Das gehört zum Beruf heute dazu, die Kunden fragen danach“, sagt sie.

Grit Förster (28) stimmt zu. Sie ist auch Friseurin und will es privat lernen, obwohl ihr Salon gar keine Kosmetik anbietet. „Im Betrieb konnte es mir niemand zeigen.“

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