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Parkhotel vor Neustart
Neu-Start mit Biergarten unter Kastanien

Die Möbel stehen schon: Mario Seitz, Betriebsleiter des Parkhotels Völklingen, auf der Terrasse. Der selbstständige Hotelmanager hat das Haus erst im März kennengelernt. Und schätzt es sehr, wie er sagt.
Die Möbel stehen schon: Mario Seitz, Betriebsleiter des Parkhotels Völklingen, auf der Terrasse. Der selbstständige Hotelmanager hat das Haus erst im März kennengelernt. Und schätzt es sehr, wie er sagt. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Das Parkhotel Völklingen soll „sehr bald“ seine Pforten öffnen. Mit großem Sitzplatz unter Bäumen, Musik in der Konzertmuschel und Fußball-Übertragung. Und einem „eleganten“ Restaurant – aber ohne Sterne-Ehrgeiz. Von Ulrike Paulmann

Nein, einen genauen Öffnungstermin gibt es noch nicht. Der Betriebsleiter des Parkhotels Völklingen, Mario Seitz, lächelt freundlich, lässt sich aber nichts entlocken. Der 54-Jährige versichert aber, die Öffnung sei „sehr bald“, angepeilt seien die ersten beiden Juni-Wochen. Es gebe schon Anfragen, erste Reservierungen. Eine Internet- und E-Mailadresse existieren auch schon.


„Wir beginnen mit einer schrittweisen Inbetriebnahme“, sagt Seitz. Starten sollen Biergarten, Terrasse und Wintergarten, sukzessive dann auch die anderen Bereiche. Ein Biergarten? Einen solchen gab es im früheren Parkhotel Albrecht, das im Januar schloss, nicht. Das soll sich mit dem neuen Pächter, der Treugast Hotellerie GmbH (siehe Info), nun ändern.

Auf einer gepflasterten und teils mit Kastanienbäumen bewachsenen Fläche neben dem Haus, bisher Parkplatz, soll der Biergarten mit etwa 200 Plätzen entstehen. Selbstbedienung ist hier angesagt. Mario Seitz setzt hier, wie er betont, auf die „Künste und Fertigkeiten“ einer Frau, die in Völklingen vielen bestens bekannt ist: Sabine Geiter. Die frühere Wirtin des Café 8bar hatte, nachdem sie im Januar ihr Lokal geschlossen hatte, bei Naturkost Schales gekocht. Nun wird sie für den Biergartenbereich verantwortlich sein. „Wir wollen draußen ein deftiges Angebot bieten, mit wechselnden Speisen“, sagt Seitz.

Und, a propos Außenbereich: Auch Musik in der Konzertmuschel soll’s wieder geben, „regelmäßig“, geplant sei das schon für dieses Jahr, aber nicht mehr montags wie bisher. Und, zum Thema Veranstaltungen: Auch eine Fernseh-Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft im Tagungsraum schwebt ihm vor.

Wie sieht das gastronomische Konzept im Haus aus, gibt es Sterne-Ambitionen? Letzterem erteilt Seitz schnell eine Absage: „Ein klares Nein.“ Man wolle die Albrechts nicht kopieren. Er plant fürs Parkhotel Völklingen eine moderne, frische, regionale und professionelle Küche, will ein „elegantes“ Restaurant – und legt großen Wert auf guten Service. Damit wollen er und sein Team ein breites Publikum ansprechen, darunter auch Hochzeits- und andere Fest- oder Tagungsgesellschaften. „Wir wollen hochwertige Gastronomie anbieten, ohne elitär zu sein.“ Diese solle für viele interessant sein, auch, was das Preisniveau angehe. Beispiel? Ein „sehr gutes Drei-Gang-Menü“ werde für 30 Euro zu haben sein, sagt er. Im Vorfeld habe habe man intensiv überlegt, was in Völklingen gut funktionieren könne. Auch Fisch aus der örtlichen Zucht soll übrigens auf dem Speiseplan stehen.



„Wir haben die Kollegen für den Start zusammen“, berichtet Seitz. Das sind knapp 30 Mitarbeiter, ein Großteil aus dem Saarland. Küchenchef ist Hans-Jürgen Koch, das Restaurant leitet Thomas Trumpler. War es schwer, Personal zu finden? „Ja, natürlich“, sagt er, „aber man merkte auch den Bekanntheitsgrad des Hauses, es gab viele Initiativbewerbungen.“ Man suche noch weitere Kräfte.

Gut ein halbes Dutzend Mitarbeiter (plus externe Handwerker) sind derzeit eifrig in der Stadtwerke-Immobilie zugange. „Streckenweise wird noch gemalert, aber wir sind schon in der Reinigungsphase“, erklärt der Hotelleiter beim Gang durch die Räume. Und der Blick umher verrät es: Hier geht es nicht um riesige Veränderungen oder Umwälzungen, sondern mehr um Renovierungen und Schönheitsreparaturen.

In der ehemaligen Gourmetstube (künftig: Parkstube) ziert jetzt ein dezentes Grau einige Wände, das Parkett wurde frisch abgeschliffen. Vieles, das zeigt der weitere Rundgang, wurde belassen, von den gewaltigen goldenen Deckenlampen bis zu den frisch gereinigten Schiebegardinen. Auch die großen Büffet-Elemente werden auf Vordermann gebracht, ebenso wie das Mobiliar. „Da wurden einst gescheite, gute Möbel angeschafft“, lobt der Fachmann mit Blick auf die Tische und Stühle im Innen- und Außenbereich. Auch die Hotelzimmer bleiben, wie sie sind — bis auf neue Matratzen. Und die Außenanlagen mit dem alten Baumbestand, Rhododendren, Koi-Teich und mehr sind schon aufgehübscht, „da muss nur noch der Mäher drüber“. Neu sind nur die Kleinteile, das Geschirr (alles in Schwarz-Weiß), die teils farbigen Gläser und Co. Seitz’ Credo: „Wir wollen ein anspruchsvolles Ambiente anbieten, ohne das Rad neu zu erfinden.“

Die hohen Energiekosten der Vergangenheit sind dem Betriebsleiter bekannt: „Die sind in die Planung mit eingeflossen.“ Und, auf den zunächst nur zweijährigen Pachtvertrag angesprochen, versichert er: „Wir planen langfristig.“ Der Dresdner, der das Parkhotel erst im März kennen lernte, findet das Haus und die Anlage in der Kühlweinstraße „phantastisch, ohne Schmu“. Es habe Flair und Geschmack: „Man hat solche Objekte sehr selten.“ Für ihn sei es eine besondere Herausforderung, ein so etabliertes Haus zu führen.

Das Parkhotel wird nach Auskunft des Betriebsleiters Mario Seitz zwei feste Restaurant-Ruhetage haben: Montag und Dienstag. Das Hotel sei die ganze Woche geöffnet. Der neue Biergarten soll freitags und samstags jeweils um 12 Uhr und sonntags um 11 Uhr öffnen.

Sabine Geiters neues Reich ist der Biergarten, beschattet von alten Bäumen.
Sabine Geiters neues Reich ist der Biergarten, beschattet von alten Bäumen. FOTO: BeckerBredel
Thomas Trumpler, Restaurantchef im neuen Haus, wirbelt kräftig bei den Vorbereitungen.
Thomas Trumpler, Restaurantchef im neuen Haus, wirbelt kräftig bei den Vorbereitungen. FOTO: BeckerBredel