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Landesbeste Auszubildende im Saarland
Unterwegs mit dem Bücherbus

Nadine Schneider erlebt viel Andrang an ihrem gegenwärtigen Arbeitsplatz im Bücherbus.
Nadine Schneider erlebt viel Andrang an ihrem gegenwärtigen Arbeitsplatz im Bücherbus. FOTO: BeckerBredel
Völklingen/Regionalverband. Nadine Schneider wurde kürzlich als landesbeste Auszubildende zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek ausgezeichnet. Von Frank Bredel

Wenn Nadine Schneider mit dem Bücherbus zu den Grundschülern unterwegs ist, freut sie sich auf die Arbeit. Die 20-jährige Völklingerin brennt geradezu für ihren Job als Fachangestellte für Medien und Informationsdienste, Fachrichtung Bücherei. Sie wurde gerade erst vom Ministerpräsidenten Tobias Hans und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland als landesbeste Auszubildende geehrt.


Diesmal treffen wir sie in Dudweiler an der Turmschule. Der Bus ist vollgestopft mit Kinderbüchern. Klassenweise kommen die Kinder, um Bücher zurückzugeben und neue auszuleihen. An 13 Tagen im Monat rollt der Bus durch den Regionalverband. 18 Grundschulen werden besucht. „Und dann erreichen wir immer auch die Kinder, die zu Hause keine Bücher haben und deren Eltern nie in eine Bibliothek gehen würden. Sie sehen bei den anderen, was man alles ausleihen kann, schauen ihnen über die Schulter, und plötzlich wollen sie einen eigenen Bibliotheksausweis“, schildert Schneider ihren Job.

Die ehemalige Schülerin der Erweiterten Realschule Sonnenhügel in Völklingen bewarb sich nach einem Praktikum in der Völklinger Stadtbibliothek auf eine Stellenanzeige der Stadt Saarbrücken und wurde direkt genommen. „Da würde ich gern ewig weitermachen“, sagt sie. Sie hat aber nur einen befristeten Vertrag. Der Bücherbus ist 30 Jahre alt. Der nächste technische Defekt könnte sein Ende bedeuten. Solange er aber rollt, ist er Job und Steckenpferd von Nadine Schneider, die ihn weihnachtlich dekoriert hat und immer auf der Suche nach gutem neuen Lesestoff für die kleinen Kunden ist. Wenn der Bücherbus mittags zurück am Standort ist, würden Bücher repariert, Schreibarbeiten erledigt, Veranstaltungen geplant. Auch das gehöre dazu, berichtet sie.



Und dann wird ein Buch abgegeben, das vermalt wurde. Das Kind, das es abgegeben hat, meldet sich beim Kollegen. „Wir schimpfen jetzt – aber nur ein bisschen“, sagt Schneider schmunzelnd, „denn die Kinder sollen nie die Lust am Ausleihen verlieren.“