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Kolumne
Nach dem Abriss gähnende Leere

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ein kirchlicher Gesundheitskonzern zeigt der Stadt, wie Abreißen geht: Die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT) hat im Januar am Michaels-Krankenhaus begonnen. Und bis Ende August sollen die Reste vom Erdboden verschwunden sein. Von Bernhard Geber

Ganz anders ist es am Ex-Kaufhof und Umgebung gelaufen. Der Abriss startete um die Jahreswende 2017 und sollte laut Vertrag mit der Stadt bereits Ende April 2017 komplett abgeschlossen sein. Dieser Zeitraum erwies sich als völlig unrealistisch. Pech und Pannen folgten in Serie. Vorläufiges Endergebnis: Die Stadt liegt wegen der Überreste mit dem Abbruchunternehmen im Gerichtsstreit.


Mit dem Abriss verzögerte sich auch das Projekt Modepark Röther. Fehler bei der Tiefbauplanung und das immer noch andauernde Warten auf das Ergebnis des Brandschutz-Gutachters kommen hinzu. Da wächst das Risiko, dass ein Unternehmer wie Michael Röther langsam die Geduld verliert. Völklingen ist in der Liste weiterer geplanter Neueröffnungen bereits nach unten gerutscht.

Und was hat bisher der Kaufhof-Abriss gebracht? Eine Ruinenlandschaft sollte verschwinden. Doch nun sieht man eine Wüste statt einer Baustelle.



Die CTT kann offenbar professionell abreißen. Sie ist nach eigenen Angaben auch dem Leitbild der christlichen Nächstenliebe verpflichtet. Da sollte sie sich ihrer Verantwortung für Völklingen bewusst sein. Rasen auf dem Abrissgrundstück säen und dann alles liegen lassen, ist zu wenig. Da muss eine Perspektive her. Wohnbaustellen wären eine Option.