1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Nach 90 Minuten sollte Schluss sein

Nach 90 Minuten sollte Schluss sein

Völklingen. Experten sind unterschiedlicher Meinung, wie viel Zeit der Nachwuchs vor Fernseher und Computer verbringen sollte. Referentin Sibylle Dilg gibt den Zuhörern eine ganz grobe Empfehlung an die Hand: Jungs und Mädchen ab 14 Jahren sollten täglich nicht länger als etwa 90 Minuten vor dem Bildschirm sitzen. Eine Alternative: acht bis zehn Stunden pro Woche zur Selbsteinteilung

Völklingen. Experten sind unterschiedlicher Meinung, wie viel Zeit der Nachwuchs vor Fernseher und Computer verbringen sollte. Referentin Sibylle Dilg gibt den Zuhörern eine ganz grobe Empfehlung an die Hand: Jungs und Mädchen ab 14 Jahren sollten täglich nicht länger als etwa 90 Minuten vor dem Bildschirm sitzen. Eine Alternative: acht bis zehn Stunden pro Woche zur Selbsteinteilung. "Die meisten Jugendlichen sitzen wesentlich länger am Rechner", weiß Dilg. Damit die Zeiten nicht ausufern, sollten Eltern alternative Freizeitbeschäftigungen anbieten. Wie wär's mal wieder mit einem Spieleabend? Auch ein kleiner Griff in die Trickkiste ist erlaubt: Je unattraktiver der PC-Standort, desto kürzer die Nutzungsdauer. Ist der Bildschirm im Flur jederzeit für jedermann sichtbar, sinkt der Unterhaltungswert.Werden Absprachen über den Medienkonsum getroffen, sollten diese auch eingehalten werden. Dabei gibt es technische Hilfen. Über die Systemsteuerung lässt sich am Computer ein Jugendschutz aktivieren. Hat der Nachwuchs ein eigenes Benutzerkonto, kann man festlegen, zu welchen Stunden er an den Computer darf. Ist die vereinbarte Zeit abgelaufen, schaltet sich der Rechner automatisch aus.

Im Internet sollten die Kinder vorsichtig sein und keine persönlichen Daten oder Bilder veröffentlichen. Ganz wichtig: Ohne Wissen der Eltern und ohne Begleitung sollte im realen Leben kein Treffen mit Menschen stattfinden, die die Kinder online kennen gelernt haben. Die Expertin rät den Eltern, sich in einem sozialen Netzwerk anzumelden und als stiller Beobachter zu schauen, was der Nachwuchs macht.

"Angst ist der falsche Ratgeber, Vorsicht ist aber angesagt", erklärt Sibylle Dilg. Sie empfiehlt den Eltern, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben; etwa zu fragen, was an einem Spiel so faszinierend ist. Jugendschutzprogramme sorgen dafür, dass im Internet nicht die falschen Seiten geöffnet werden. Sie verhindern zum Beispiel den Zugriff zu Ballerspielen. Die Gefahr: Wird die schwarze Liste mit den verbotenen Seiten zu lang, geht der Nachwuchs einfach bei einem Kumpel online. Deshalb rät Expertin Dilg: Mehr auf Vertrauen bauen als auf Verbot.

Am Dienstag, 9. Oktober, beschäftigt sich die VHS-Elternschule mit dem Thema "Grenzen setzen". Um 19.30 Uhr referiert Nicole Lobert an der Grundschule Fürstenhausen.