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„Müssen unsere Hausaufgaben machen“

Völklingen. Der Fußball-Oberligist Röchling Völklingen erwartet im Aufstiegskampf an diesem Sonntag Borussia Neunkirchen. David Benedyczuk

Die 0:2-Niederlage am vergangenen Samstag im Topspiel bei Spitzenreiter Schott Mainz war bitter. Danach haderten sie beim Tabellenzweiten Röchling Völklingen mit dem Schiedsrichter. "Es ist doppelt ärgerlich, dass das ausgerechnet in diesem Spiel passiert", kritisiert Trainer Günter Erhardt. Das gilt auch für die eigene Leistung: "Die Art und Weise, wie wir nach der Pause gespielt haben, hat mir nicht gefallen. Und die Gegentore wären leicht vermeidbar gewesen. Man darf vor dem Strafraum den Raum für zweite Bälle nicht so freigeben", sagt der 56-Jährige.

Die Meisterschaft hält Erhardt bei sechs ausstehenden Partien und fünf Zählern Rückstand auf Mainz für entschieden: "Normalerweise ist das Thema erledigt." Der Sprung in die Regionalliga ist für Völklingen aber weiter möglich. Auch wenn er wohl über den schweren Weg der Relegation gegen die Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg und der Hessenliga erfolgen muss. Mit 55 Zählern liegt Röchling drei Zähler vor dem FC Wiesbach, der nicht aufsteigen will. Hauptrivale um Rang zwei ist deshalb der TuS Mechtersheim, der als Tabellenvierter sechs Punkte weniger als Völklingen aufweist. "Wir müssen einfach zusehen, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Wir wollen Platz zwei verteidigen, dazu müssen wir gerade auf die Heimspiele den Fokus legen", formuliert Erhardt die Marschroute.

Das nächste Heimspiel ist an diesem Sonntag gegen Borussia Neunkirchen. Wegen einer Veranstaltung im Clubheim wird das Saarderby im Hermann-Neuberger-Stadion erst um 18.30 Uhr angepfiffen. Die späte Ansetzung nennt Erhardt "unglücklich". Zum abstiegsbedrohten Gegner, der mit 28 Zählern Drittletzter ist, sagt er: "Dass Neunkirchen im Abstiegskampf steckt, macht die Borussia umso gefährlicher. Von der Besetzung her ist das eine gute Mannschaft, vor allem in der Offensive. Warum es dort nicht läuft, ist aus der Ferne schwer einzuschätzen."

Während Völklingen das Hinspiel in Neunkirchen mit 2:1 gewann, endete das letzte Duell im Hermann-Neuberger-Stadion mit einer Niederlage: Im vergangenen Oktober verlor Röchling im Saarlandpokal mit 1:2 gegen die Borussia. Damals geriet Völklingen früh in Rückstand - und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. "Wir sollten es endlich schaffen, zu Hause mal wieder vorzulegen. Wir dürfen nicht immer den Anfang verschlafen", fordert Erhardt. Auf Torwart Sebastian Buhl, der nach einem Bänderriss im Fuß erst ins Lauftraining eingestiegen ist, muss er verzichten. Felix Dausend, der beim Spiel in Mainz wegen Vaterfreuden fehlte, steht wieder bereit.

Grundsätzlich bereit ist auch Erhardt, was eine Verlängerung seines Vertrags angeht. "Das wird wohl so kommen. Wenn ich nicht weitermachen wollte, hätte ich das schon längst zum Ausdruck gebracht", sagt er. Allerdings gilt nach wie vor: Er möchte abwarten, wohin die Reise für den SV Röchling tatsächlich gehen wird.

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