1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Müllgebühr in Völklingen bleibt bis 2020 stabil

Entsorgungszweckverband mit leichtem Gewinn : Völklinger Müllgebühr bis 2020 stabil

Entsorgungszweckverband konnte sie 2018 deutlich senken und erwirtschaftet trotzdem leichten Gewinn.

Weil die Verbrennungsgebühren des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) deutlich geringer waren als geplant, hat der Entsorgungszweckverband Völklingen (EZV) einen Jahresgewinn 2018 von rund 147 500 Euro ausgewiesen. Der EVS habe 30 Euro pro Tonne Restabfall weniger verlangt, als der EZV ursprünglich geplant hatte, sagt Geschäftsführer Stefan Lang. Er war vom Vorauszahlungsbescheid 2017 ausgegangen. Der Zweckverband ist wie Saarbrücken bei der Abfallentsorgung aus dem EVS ausgetreten, das heißt, der EZV fährt den Müll selbst ab und bestimmt die Gebühren, erklärt Lang. Trotzdem müsse der EZV den Restmüll und Bioabfall beim EVS abliefern, der beides dann entsorge – der Restmüll wird in Velsen verbrannt und der Biomüll in einer Anlage in Frankreich vergoren.

Etwa 6100 Tonnen Restabfall sind nach Angaben des EZV 2018 zusammengekommen, beim Biomüll waren es rund 2400 Tonnen. Geschäftsführer Lang erklärt, mit Einführung des sogenannten Ident-Systems 2009 sei die Müllmenge deutlich gesunken. Damals zählte der EZV noch 7090 Tonnen Restmüll. Dieses System bedeutet, dass der EZV die Müllgebühr nach der Anzahl der Leerungen berechnet. Seitdem würden die Völklinger auch stärker den Müll trennen. Lang: „Die Bürger entscheiden jetzt selbst, wann sie die Tonne rausstellen.“

Weil beim EZV Gewinnvorträge von rund einer Million Euro über mehrere Jahre aufgelaufen seien, habe der Verband die Gebühren um 10,3 Prozent im vergangenen Jahr gesenkt, erläutert Lang. Die gelten nun bis Ende 2020, dann werden die Gebühren wieder neu kalkuliert. Das positive Ergebnis 2018 resultiert aber auch aus Mehreinnahmen beim Altpapier. Hier sei der EZV in einem gemeinsamen Verkaufspool mit Kommunen wie zum Beispiel Mainz, Heidelberg und Saarbrücken. Lang: „Dadurch können wir mehr Menge anbieten und andere Preise erzielen.“ Diese Mehreinnahmen helfen, die Müllgebühren niedrig zu halten. Dazu trage auch der kleine Verwaltungsapparat beim EZV bei.

Bei der Müllentsorgung problematischer Abfälle wie Elektroschrott appellierte Lang an die Bürger, den Wertstoffhof im Gewerbepark Ost zu nutzen. Dort können die Bürger viele Wertstoffe kostenlos abgeben. Deshalb sei es nicht nötig, Müll wild, zum Beispiel an Containerplätzen, abzuladen. Wer das trotzdem macht, muss mit einem Bußgeld bis zu 2500 Euro rechnen. Durchschnittlich 150 Tonnen wilden Müll müsse der EZV pro Jahr einsammeln, sagt Lang. Ein größeres Ärgernis sei aber, dass Bürger in Papierkörben ihren Hausmüll entsorgen. Wer zuhause Müll produziert, soll ihn dann eben auch in die Tonne werfen. Lang: „Dafür sind die öffentlichen Papierkörbe nicht da.“

Einstimmig hat der EZV kürzlich den Jahresabschluss 2018 genehmigt und die beiden Vorsteher für 2018 entlastet: Ex-Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) war es bis Ende Mai, anschließend übernahm seine Nachfolgerin Christiane Blatt (SPD). Auch die Geschäftsführung wurde entlastet.