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Müllberg prangt am Völklinger Hallenbad

Völklingen. Wer ist zuständig für einen Berg mit Sperrmüll, der in Wirklichkeit überwiegend kein Sperrmüll ist? Wegen dieser Frage blieben mehrere Kubikmeter Abfall wochenlang mitten in Völklingen liegen. Nun soll das Zeug weg. Bernhard Geber

Tausende von Autos fahren dort täglich vorbei. Schon seit Wochen liegt ein Müllberg auf dem Parkplatz neben dem Spielplatz beim Hallenbad in der Karl-Janssen-Straße. Unzählige Passanten haben schon den Kopf geschüttelt über das wüste Durcheinander aus Möbeln, teilweise schon aufgerissenen Mülltüten und Kartons. Karl-Heinz Remark, Seniorensicherheitsberater und Mitglied der Interessengemeinschaft Pro Völklingen , ist der Sache nachgegangen.

Der Müllberg rührt offenbar von der Auflösung einer benachbarten Wohnung her. Einem freundlichen Nachbarn wurde eine Quittung mit der Bitte hinterlassen, sie bei Bedarf vorzuzeigen. Der Quittung ist zu entnehmen, dass eine Frau am 9. März 20 Euro für die Abfuhr von "zehn Kubikmetern Sperrmüll" beim Entsorgungszweckverband Völklingen (EZV) einzahlte. Als Abfuhrtermin wurde auf der Quittung der 10. März angekündigt.

Sperrmüll hätte der EZV auch umgehend abgefahren, versichert Disponent Daniel Hainbach. Doch wie dem Augenschein zu entnehmen ist, steckt in dem Haufen höchsten ein Drittel Sperrmüll im Sinne der allgemein gültigen Definition. Und dieser Sperrmüll sei, weil von anderen Dingen umlagert, nicht zugänglich gewesen. Eine Durchsuchung des Haufens sei auch nicht zumutbar gewesen. Man wisse nie, was in solchen Säcken stecke, und Mitarbeiter hätten sich bereits bei früheren Anlässen durch Dinge wie Spritzen verletzt. Der Müllhaufen sei aber auch dem EZV ein "Dorn im Auge", und Anfang kommender Woche werde man gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden.

Beim Ordnungsamt der Stadt Völklingen und seinem Chef Herbert Mailänder ist der Fall bekannt. Ein Sprecher berichtete, da sei offenbar die Tochter für eine Frau tätig gewesen, die mittlerweile in einem Seniorenwohnheim wohne. Stadt und städtischer Fuhrpark müssten nun wohl eingreifen, um das Problem zu lösen, wobei unsicher sei, ob die Stadt anschließend auf ihre Kosten komme. Diese könnten dann - einschließlich Arbeitszeit - leicht an die 2000 Euro statt der für den "Sperrmüll" entrichteten 20 Euro betragen.

Neben diesem Fall wurde am Donnerstag im Stadtratsausschuss für Innenstadtentwicklung auch die anhaltende Vermüllung am Völklinger Neuen Bahnhof diskutiert. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) berichtete von einer jüngsten Aussprache mit einem Vertreter der Deutschen Bahn AG, bei der dieser gefordert habe, die Stadt möge sich an den Reinigungskosten beteiligen. Lorig bekräftigte demgegenüber, die Sauberkeit innerhalb des Bahnhofs sei "allein Sache der Bahn". Er werde hier weiter auf kürzere Reinigungsintervalle dringen. Im Neuen Bahnhof sind kürzlich auch das Touristen-Informationsbüro der Stadt und die Verkaufsstelle der Völklinger Verkehrsbetriebe eingezogen. Stadtratsmitglied Erik Roskothen (SPD ) betonte, dass diese als Mieter ein Recht auf Sauberkeit hätten.