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Kolumne
Monster mit großem Appetit

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Pflänzchen gezogen, in größere Töpfe gesetzt. Da reckten sie sich dann gen Sonne, die kleinen Chili-Zöglinge und Andenbeerenbabys. Aber was war das? Zwei vorbildlich hergerichtete Töpfe mit Schildchen und frischer Erde waren verwaist. Von Alexander Manderscheid

Stattdessen zog sich eine Schleimspur drüber hinweg.


„Ja-haha“, hätte gleich mein Nachbar gesagt, der mir mal mit hochrotem Kopf von diesen Jungs erzählt hatte, die nach einem frischen Regen aus der Wiese kriechen. Aber er war gerade nicht da, und der Schneckerich auch nicht mehr. Hoffentlich hatte der sich an der Chili ordentlich die Schniss verbrannt.

Jetzt darf in nächster Zeit nur eingeschränkt gegrillt werden, weil eine Sammlung Setzlinge quasi unerreichbar auf dem Rost steht. Ich habe keine andere sichere Stelle gefunden, während in meinem Rücken das Monster schon wieder sein Maul aufsperrte. Es saß noch im Topf, als ich es entdeckte. Und da es keine Todesstrafe im Nachhinein für Schnecken bei mir gibt, habe ich den Kerl aufgehoben und mit vollem Magen in hohem Bogen in die Wiese geworfen. Hoffentlich ist es ihm dabei gut schlecht geworden.