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Mit offenen Augen durch die Straßen

Mit offenen Augen durch die Straßen

Völklingen. "Ich kann einfach an keinem Bettler vorbeigehen, der auf der Straße sitzt", sagt Karl-Heinz Remark (66). Remark ist Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes, Senioren-Sicherheitsbeauftragter und seit einigen Monaten auch Stadtratsmitglied

Völklingen. "Ich kann einfach an keinem Bettler vorbeigehen, der auf der Straße sitzt", sagt Karl-Heinz Remark (66). Remark ist Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes, Senioren-Sicherheitsbeauftragter und seit einigen Monaten auch Stadtratsmitglied. Bei Freunden und Bekannten heißt er kurz und bündig "Carlo" - mit Blick auf seine italienischen Sprachkenntnisse und seine langen Aufenthalte als Bundeswehrsoldat auf dem Nato-Fliegerhorst Deci auf Sardinien."Carlo" wurde bodenständig, nachdem ihm ein Unfall das weitere Fliegen verdarb. Mitmenschen geholfen hatte er immer schon gerne. Am Boden in Völklingen entdeckte er eine neue, schöne Aufgabe: das Engagement für den Sozialverband VdK. Und der Erfolg lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Seit Remark 2006 Vorsitzender wurde, ist die Mitgliederzahl in Völklingen von rund 400 auf 540 gestiegen. "Ich möchte verhindern, dass ältere Menschen aufs Abstellgleis geschoben werden", lautet einer von Remarks Leitsätzen. Die vielen Veranstaltungen von der Weihnachtsfeier bis hin zur einwöchigen Fahrt ins Erzgebirge sind da weit mehr als nur Party. Sie sorgen dafür, dass Kontakte entstehen und gehalten werden. Teamarbeit ist wichtigDie Arbeit schafft Remark natürlich nicht alleine, sondern nur im Team. Der Ortsverband bemüht sich beispielsweise, alle erkrankten Mitglieder zu besuchen. Speziell darum kümmern sich die Frauenbeauftragten Elfriede Scherer, Maria Marx und Erika Koletzki. Enger Kontakt mit dem Diakonischen Werk trägt dazu bei, auch verborgene Not aufzuspüren. Remark und seine Mitstreiter helfen gerne dabei, Antragsformulare auszufüllen. Doch wenn es um komplizierte Rechts- und Sozialfragen geht, steht ihnen und den Mitgliedern der VdK-Kreisverband mit Spezialisten zur Seite. Seinerzeit entstand der Verband VdK, wie schon die Abkürzung sagt, vor allem aus der Sorge um die Kriegsopfer. Die Aufgaben haben sich inzwischen auf den gesamten Sozialbereich ausgeweitet. Der Mitgliederkreis ist - nicht nur in Völklingen - weit größer geworden. Er umfasst zunehmend auch Jüngere. 40 bis 45 Prozent der Völklinger VdK-Mitglieder, schätzt Remark, sind unter 60. Remark hält wenig von Parteipolitik. Er engagiert sich im Stadtrat "ausschließlich für Sachpolitik" bei den Freien Wählern. Und glaubt dabei, dass sein großes Anliegen für sich selbst spricht: "Wer mit offenen Augen durch Völklingen geht, sieht, dass es Not mehr als genug gibt. Die Leute stehen an der Tafel des Diakonischen Werkes bis auf die Straße Schlange."Kontakt zum VdK Völklingen: Karl Heinz Remark, Telefon (06898) 80 579.