Mit Jazz gegen die Abendkälte

An die frischen Temperaturen haben sich die Besucher des Völklinger Summer-Open-Airs im Schillerpark längst gewöhnt. Eingemummelt ließen sie sich von der Formation ElmF and the Rooks um Drummer Elmar Federkeil zum Mitsingen animieren. Zuletzt war es ein ganzer Chor. Motto: Spaß wärmt auch.

Zum dritten Mal hat der saarländische Spitzenschlagzeuger Elmar Federkeil am Montag bei den Summer-Open-Airs im Schillerpark des Parkhotels Albrecht mitgewirkt. Nach seinen Auftritten mit seiner Soul-Family und dem Alt-Schlager-Quintett Matze und die Sissis kam er dieses Mal im Trio mit Sänger und Pianist Kai Werth und Bassist Jochen Philippi. Die Formation nennt sich dann ElmF and the Rooks.

"Jedes Mal, wenn ich hier oben bin, ist schlechtes Wetter", so der Künstler, der aber wenigstens zwei seiner drei Auftritte im Freien absolvieren konnte, zuletzt sogar von A bis Z ohne Niederschlag. "Die Leute sind dick verpackt, es ist einfach zu kühl", konstatierte der Musiker. Die, die gekommen waren, machten aber ausgelassen mit - was Federkeil freute. Den von Sänger Werth angekündigten mehrstufigen Mitgesang, trauten sich zum Reggae-Klassiker "Could you be Love" zunächst nur wenige zaghaft mitzusingen.

Publikumschor begleitet Band

Mit jedem Durchgang wurden es aber mehr Stimmen, so dass dann doch noch ein beachtlicher Chor zusammenkam. Vorsänger Werth schaffte es sogar, den saarländischen Seufzer "Ohje" im Wechselgesang ausgelassen und fröhlich klingen zu lassen.

Vor allem Werths ausführliche Ausflüge in den Jazzgesang, wenn er zu langen Vokalsolos seine Stimme nach Trompete oder Sologitarre klingen ließ, sorgten dafür, das ElmF and the Rooks den bekannten Hits meist einen eigenen Charakter verpassten. Besonders, wenn sich die beiden Bandkollegen am Verfremden beteiligten, was beim Dancefloor-Hit "Please don't stop the Music" am deutlichsten wurde. "Roxanne" ließ das Terzett dagegen eher unbehandelt, genau wie den Schlusstitel, der ausdrücken sollte, das man am liebsten die ganze Nacht durchgemacht hätte: "All Night long", bei dem das Publikum lautstark und rhythmisch mitklatschte.

Apfelsaftparagraf eingehalten

Auch die Gastgeber Silke und Markus Albrecht, die gelassen auf die jüngsten Vorwürfe des Sicherheitsbeirates reagierten. Der hatte zuletzt moniert, dass bei Veranstaltungen in der Stadt gegen den so genannten Apfelsaftparagrafen verstoßen werde, das günstigste nichtalkoholische Getränk also teurer über den Tresen gehe, als das günstigste alkoholhaltige Getränk - meistens Bier. Die Albrechts: "Die kleine Flasche Sprudel ist bei uns deutlich günstiger als das gezapfte Bier."

Mit einem Fingerzeig auf die Preisliste meinen beide, dass dies auch ohne Taschenrechner leicht nachzuvollziehen sei.

Kommenden Montag spielt Jens Wagner Gute-Laune-Musik aus der Vergangenheit, los geht's um 20 Uhr, Eintritt frei, Hutsammlung.