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Einweihung
Mit heiterer Musik ging’s zum Neubau

Die Marching Band Völklingen begleitete den Umzug der Feuerwehr vom alten ins neue Gerätehaus.
Die Marching Band Völklingen begleitete den Umzug der Feuerwehr vom alten ins neue Gerätehaus. FOTO: BeckerBredel
Geislautern. Die Feuerwehr Geislautern hat ein neues Gerätehaus. Nun gab es den feierlichen Umzug ins künftige Domizil. Von Andreas Lang

Noch ein „Kurzer“ auf das alte Feuerwehrgerätehaus – dann wird es für die Mannschaft des Löschbezirks Geislautern in der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen um Löschbezirksführer Harald Wilhelm Zeit, das alte Feuerwehrgerätehaus am Dietrichsberg zu verlassen.


Seit 1953 bildete es den Mittelpunkt des Geislauterer Feuerwehrlebens, schon lange ist es zu klein für moderne Feuerwehrfahrzeuge, und es hat es auch viel an Substanz verloren. Jetzt also ein stilles „Tschüss“. Und als der stellvertretende Löschbezirksführer Michael Heusch vergangenen Freitag der angetretenen Mannschaft das Kommando „Rechts um“ zum Aufbruch gibt, kehren die ehrenamtlichen Lebensretter ihrer alten Heimat endgültig die Rücken zu.

Die heitere Musik, die die Marching Band Völklingen zum Abmarsch spielt, kann nicht überdecken, dass sich so mancher Feuerwehrmann ein Tränchen verkneift. Doch es gibt auch Grund zur Freude, denn das neue Feuerwehrgerätehaus im Kirchenfeld ist fertig. Dort warten bereits hunderte Freunde der Wehr darauf, das neue Heim drei Tage lang gebührend einzuweihen – und gleichzeitig den runden Geburtstag des Löschbezirks zu feiern. 110 Jahre wird er alt – genau wie die übrigen Völklinger Löschbezirke, wie Klaus Lorig als scheidender Oberbürgermeister und Chef der Wehr beim Kommers betont. Der findet bereits im neuen Feuerwehrgerätehaus statt, im Schulungsraum im Obergeschoss. Vor zehn Jahren hat man das gemeinsame Jubiläum zum 100-Jährigen am Weltkulturerbe gefeiert, wie Geislauterns Feuerwehr-Chef Wilhelm in seiner Ansprache erinnert. Schon damals sei auch der Bedarf des neuen Feuerwehrgerätehauses in Geislautern topaktuelles Thema gewesen.



Nicht nur, dass die modernen Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr in die Halle des alten Gebäudes passten. Zunehmend stellten sich dort laut Wilhelm auch „gravierende Sicherheitsmängel ein“, so dass ein Umzug unumgänglich wurde. Schon bald zeichnete sich ein Neubau an der Stelle des einstigen Dorfgemeinschaftshauses unterhalb des katholischen Kindergartens ab. Eine gerechtfertigte Investition, wie Völklingens Wehrführer Herbert Broy meint: „Die freiwilligen Feuerwehrleute riskieren ihr Leben für die Sicherheit der Allgemeinheit, folglich haben sie Anspruch auf beste Ausstattung.“ Jetzt hofft er, dass der Neubau auf Jahrzehnte anspornt, sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr zu engagieren. Um der klammen Kommune Ausgaben zu sparen, hätten die Ehrenamtlichen einiges an Eigenleistung erbracht. So wird beim Kommers unter anderem die Hangsicherung in Richtung Kita und die Installation des Computernetzwerks genannt.

Tony Bender, Brandinspektor des Regionalverbandes, gratuliert den Geislauterer Kameraden ebenfalls zum neuen Haus – gleich mehrfach. Wie so oft vertritt er Saarbrückens Sicherheitsdezernent Harald Schindel und die Landes-Vertreter. Nach den Würdenträgern aus Politik und Feuerwehrwesen sind dann die Geislauterer Vereine mit dem Gratulieren dran. Pfarrer Patrick Altmeyer, der sonntags den Neubau segnen wird, macht den Anfang, weiter hinten reiht sich der CDU-Ortsverband ein, der eine von einem inzwischen verstorbenen Kunsthandwerker gefertigte Floriansfigur überreichen wird. Somit bekommt das neue Feuerwehrgerätehaus neben dem wichtigen Funktionsgerät auch erste Gegenstände, die Heimat schaffen. So, wie es im guten alten Feuerwehrgerätehaus am Dietrichsberg über Jahrzehnte üblich war.

Große Freude (von links): Der Wehrführer der Feuerwehr Völklingen, Herbert Broy, und Löschbezirksführer Harald Wilhelm erhalten von Oberbürgermeister Klaus Lorig symbolisch den Schlüssel für das neue Gerätehaus.
Große Freude (von links): Der Wehrführer der Feuerwehr Völklingen, Herbert Broy, und Löschbezirksführer Harald Wilhelm erhalten von Oberbürgermeister Klaus Lorig symbolisch den Schlüssel für das neue Gerätehaus. FOTO: BeckerBredel