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Liebe auf den ersten Blick
Mit Geschmack hat es auch zu tun

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Arme Ritter, Kalter Hund, Falscher Hase, Strammer Max. Die meisten wissen,  dass es sich hierbei um Essensgerichte handelt. Und bei uns vielleicht nicht so geläufig, Himmel und Erde, aber irgendwie hat man es schon mal gehört. Soweit so gut. Von Astrid Dörr

Arme Ritter, Kalter Hund, Falscher Hase, Strammer Max. Die meisten wissen,  dass es sich da um Essen handelt. Und, bei uns vielleicht nicht so geläufig, Himmel und Erde, aber irgendwie hat man es schon mal gehört. So weit, so gut.


Als ich in der vergangenen Woche einkaufen war, musste ich allerdings stutzen. Auf der Suche nach einem bestimmten Artikel schlenderte ich die Gänge entlang und durchsuchte die Regale, bis ich beim Senf, Remoulade, Meerettich und anderen Saucen hängen blieb.  Da stand ein Glas mit dem Namen Unschuldsengel.

Kennen Sie nicht? Ich bis dahin auch nicht. Als ich laut lachte und das Etikett näher betrachtete, meinte eine Verkäuferin, die gerade am Einräumen war: „Da hat sich aber jemand  Gedanken gemacht.“ Ja, nur welche?, fragte ich mich. Unschuldsengel? Name für eine Sauce? Die Neugierde trieb mich dazu, das Glas näher unter die Lupe zu nehmen.

Dazu muss man wissen, es handelt sich dabei um eine Fertigsauce. Mein erster Gedanke: Darf ich die überhaupt essen, auch wenn ich vielleicht kein Unschuldsengel bin?  Wo ist jetzt die Unschuld und wo der Engel? Beim Recherchieren stellte sich heraus, dass der Unschuldsengel „die Sanftmütige unter den Grillsaucen ist. Sie sorgt mit fruchtig-feinem Mangochutney für außergewöhnlichen Grillspaß. Wem das zu brav ist, für den ist der scharfe Brandstifter genau richtig.“ Brandstifter? Gibt es den auch? Tatsächlich: mit extrafeurigem Peperoncini-Chili.

Mir liegt es übrigens fern, hier Werbung für eine bestimmte Marke zu machen. Aber irgendwie witzig fand ich es schon, einer Sauce einen Namen zu geben, der auf den ersten Blick nichts mit dem Geschmack zu tun hat. Oder hätten Sie hinter dieser Bezeichnung Mango vermutet?



Sei‘s drum, bei mir hat der Werbeeffekt jedenfalls voll zugeschlagen. Probiert habe ich sie allerdings noch nicht.