Mit Gebetsteppich und Kopftuch

Wie feiert man den Geburtstag des Propheten Mohammed? Und welche Pflanze repräsentiert am besten den Islam? Dies sind nur einige der Fragen, mit denen sich nun Völklinger Schüler beim „Trialog der Kulturen“ beschäftigen.

In ihrem Themenfeld "Trialog der Kulturen" setzt sich die Herbert-Quandt-Stiftung für die Verständigung zwischen den Weltreligionen Judentum , Christentum und Islam ein. Das Thema liegt auch den Verantwortlichen der Hermann-Neuberger-Schule am Herzen. Deshalb beteiligen sich die Lehrer und Schüler an einem mit insgesamt 60 000 Euro dotierten bundesweiten Wettbewerb der Stiftung. Mit der Übergabe der entsprechenden Plakette wurde die Völklinger Ganztagsschule am Mittwoch offiziell in den Reigen der so genannten Trialog-Schulen aufgenommen.

Gleichzeitig startete die heiße Wettbewerbsphase mit einem ersten Projekttag. "Manege frei für die Welt der bunten Hände", lautet das Motto der Gemeinschaftsschule. Die Abschlussergebnisse werden im kommenden Juli in einem großen Zirkuszelt präsentiert.

Ein kleiner Rundgang zeigt: Die Schüler arbeiten konzentriert. In der Klasse 7a beschäftigen sich die Jungs und Mädchen mit den Festtagen und Bräuchen der Religionen, auf einem großen Kalender werden die Termine festgehalten. Der Nachwuchs hat am Computer recherchiert und sich zuhause informiert. Sibel (12) widmet sich "Mevlid Kandili", dem Geburtstag des Propheten Mohammed. Melike (13) hat einen Gebetsteppich für Kinder und ein Kopftuch mitgebracht.

Wie lange leben Sie schon in Deutschland? Warum sind Sie hierher gekommen? Die Fragen haben die Schüler der 7b ihren Interviewpartnern gestellt. "Es war interessant", berichtet Fatima (13). Das Mädchen hat ihre Eltern, die Eltern ihrer Freundin und eine Nachbarin befragt. Aber auch Unbekannte im Supermarkt wurden von den Schülern angesprochen. Bei ihren etwas älteren Kollegen ist die Terrororganisation Islamischer Staat ein Diskussionsthema. Nina (15) findet es wichtig, klar Position gegen Gewalt zu beziehen.

Durch die Projektarbeit werden Miteinander, Verständnis und Toleranz gefördert. "Alle Schüler machen mit", sagt Schulleiter Thomas Lothschütz. Die Jungs und Mädchen , meint Theaterpädagogin Ela Otto, sind mit Begeisterung bei der Sache.

Die nächsten Monate bieten noch viel Abwechslung. Tänze werden eingeübt, drei Bäume gepflanzt. Buchsbaum verweist auf das Christentum , eine Zeder steht für das Judentum . Welche Pflanze an den Islam erinnert, ist noch nicht entschieden. Bei den Bäumen werden Bänke aufgestellt. Auf ihnen können die Schüler dann auch in Zukunft entspannt über Gott und die Welt(religionen) diskutieren.