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Mit einer Kunstaktion möchte die Pfarreiengemeinschaft St. Eligius durch die Corona-Zeit helfen

Kunstaktion : Farbenfrohe Bilder sollen Völklinger Pfarrzentrum erhellen

Mit einer weihnachtlichen Mal-Aktion möchte die Pfarreiengemeinschaft St. Eligius den Menschen durch die schwierige Corona-Zeit helfen.

„Wir brauchen unbedingt die Gemeinschaft, um nach vorne zu kommen“, sagt der Maler und Bildhauer Uwe Appold im Gespräch mit einer Frau, die sich mit 28 weiteren Künstlerinnen und Künstlern aus der Region an der Aktion „Advent/Zeit/Fenster“ der katholischen Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius beteiligt. Besondere Umstände erfordern besondere und auch neue Ideen, sagte Kaplan Michael Meyer.

Die Aktion „Advent/Zeit/Fenster“ ist von Meyer und seinem Team entwickelt worden. Als künstlerischen Leiter und Berater hat er den Künstler Uwe Appold aus Wilhelmshaven nach Völklingen geholt. Appold, kein Unbekannter in der Szene, hat das Misereor-Hungertuch 2019-2020 entworfen. Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor unterstützt auch das Völklinger Projekt „Advent/Zeit/Fenster“. Als Blaupause der aktuellen Weihnachts-Mal-Aktion diente die Ausstellung „Mensch, wo bist Du?“ im Sommer dieses Jahres im Pfarrzentrum in der Rathausstraße. Damals wurden Gemälde erstmals in der vielfenstrigen Front der Pfarrzentrums ausgestellt. Und ebenso soll nun die weihnachtliche Mal-Aktion ablaufen.

In Zweiergesprächen mit dem Künstler Uwe Appold besprechen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Motive und lassen sich beraten, was die Umsetzung anbetrifft. Im nächsten Schritt malen alle 29 Künstlerinnen und Künstler ihre Bilder wegen der Corona-bedingten Distanz-Vorschriften zu Hause. Ab dem 1. Dezember werden die Gemälde nach und nach in die Fenster des Pfarrzentrums gestellt und beleuchtet. „Wir wollen die Farbe der Bilder in die Dunkelheit lassen“, beschreibt Meyer die Absicht. Damit meint er nicht allein die jahreszeitlich bedingte Dunkelheit, sondern vor allem die die Menschen belastende Pandemie-Situation.

Den kunstgeschichtlichen Hintergrund der Idee, die nun in Völklingen realisiert wird, erläutert Appold mit einem Blick weit zurück in die Zeit der Gotik. Mit riesigen, farbigen Fenstern wurden damals die Gotteshäuser erhellt. Das farbige Licht, so Appold, sei als Synonym für den Heiligen Geist in die Liturgie eingeführt worden. Während damals die Farben von außen nach innen leuchteten, „wollen wir diesen Prozess umkehren“, erklärt Appold. „Aus unserem Haus leuchten die Farben nach außen; Farbe ist Leben.“

Der Höhepunkt von „Advent/Zeit/Fenster“ wird am 24. Dezember gekommen sein, wenn alle Gemälde in den Fenstern strahlen und eine Figuren-Krippe aus Tansania, die sich die Völklinger vom Kindermissionswerk ausgeliehen haben, im Haupteingang des Begegnungszentrums St. Eligius in der Rathausstraße aufgebaut sein wird. Die weit geöffnete Tür stehe für die Vorfreunde auf das Weihnachtsfest, sagt Meyer.Am Heiligen Abend ab 10 Uhr ist es schließlich soweit. Dann können Kinder und Erwachsene die liebevoll gestaltete Krippe bestaunen. Und vom Turm der St.-Eligius-Kirche sind adventliche Trompetenklänge zu hören.