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Freibäder
Mit der Sonne kommt der Hochbetrieb

Völklingen. Im Völklinger Freibad war am Wochenende – dem ersten richtig heißen der Saison – ordentlich was los. Junge und ältere Gäste hatten ihren Spaß. Andreas Lang

Jauchzend springen die drei Jungs ins kalte Nass. Ihre heiteren Schreie zeugen von Vorfreude auf die wonnige Erfrischung, die sie gleich beim Eintauchen ins Schwimmbecken erwartet. Kaum aus den Fluten aufgetaucht, hören sie eine blecherne Stimme: "Der Strömungskanal wird gleich eingeschaltet, seien Sie bitte vorsichtig." Marvin, Leon und Paul, unsere drei jugendlichen Wasserratten im Völklinger Freibad, verstehen das als Einladung: "Da sind wir dabei."


Ja, da war ordentlich was los am ersten so richtig heißen Wochenende der Freibadsaison. So auch am vergangenen Samstag. Gegen Mittag steht die grüne Zahl des Besucherzählers auf 2554. "Was, schon so viele?", staunen einige der Ankommenden. Stammgäste des Bades klären schnell auf. "Alles im grünen Bereich", beruhigt Silke Schmidt: "Die grüne Zahl zeigt lediglich an, wie viele noch rein dürfen."

Noch allerhand Platz auf den Liegewiesen und im Wasser also. "Aber am Nachmittag wird es dann erstmals so richtig voll", sagt Betriebsleiter Thomas Schneider voraus, der im Betriebsgebäude Filter und Pumpen kontrolliert. Die Sicherheitsleute sind gerade angekommen, und Schneider teilt zuerst mal Wichtiges in Sachen Fürsorge mit: "Ich werde nachher Wasser einkaufen." Was bei Außenstehenden dicke Fragezeichen im Kopf auftauchen lässt, verstehen die Angesprochenen sofort. Selbstverständlich gibt es in den Becken Wasser im Überfluss. Das ist aber für die Bediensteten tabu. Im Kampf gegen die Hitze müssen sie sich mit Mineralwasser Abkühlung verschaffen, das Schneider noch besorgen will.



Auf den Liegewiesen tanken die Badegäste derweil bereits ausgiebig Sonne. Manche vorsichtig auf einem schattigen Platz, andere schützen lediglich die Augen und schmoren mitten in der Sonne. "Aber die Vorbereitung ist wichtig, immer kräftig mit dem richtigen Lichtschutzfaktor eincremen", weiß Manfred Drechsler. Der Sonne bescheinigt er bereits "eine ganz schöne Power". Sein Plan: "Da droht ganz schnell der erste Sonnenbrand, also muss schnell eine gesunde Grundbräune her."

"Hallo, auch wieder da?", begrüßt Schwimmmeister Koundoul Magué die Schwimmerin Susan Haßlach. Unter dem Sonnenschirm an der Seite des Sportbeckens plauschen die beiden. "Klar, ich bin doch immer da, wir Völklinger bleiben unserem schönen Freibad treu", sagt Haßlach. So hält es auch Albert Isberner, der sich mit seinen 82 Lenzen sommers wie winters in den Völklinger Bädern fit hält.

Mit regelmäßigen Schwimmbad-Besuchen hält sich auch SZ-Kollege Walter Faas fit. Und er lässt sich von der Hitze nicht abhalten, das Schwimmen zu einem persönlichen Biathlon zu erweitern: "Jetzt geht es noch mit dem Fahrrad zurück nach Hause ins Köllertal."

Fitness ist auch für Haßlach beim Freibadbesuch wichtig. Aber es ist nicht alles, meint sie. Was ihr ebenso am Herzen liegt: "Relaxen, Bräunen. Und vor allem: die Völklinger treffen und sprooche." So, wie jetzt mit der beliebten Badeaufsicht. "Bei einem solchen Wetter kann es nicht lange dauern, bis wir die 3000-Besucher-Marke wieder erreichen", spekuliert Magué. Aus Hygienegründen macht das Freibad beim Erreichen dieser Zahl nämlich die Eingangspforte für diesen Badetag dicht. Samstag ist es noch nicht ganz so weit. Aber am Sonntag könnte das der Fall sein, meinen Magué und Schneider. Deshalb hat der Betriebsleiter für Sonntag den Sicherheitsdienst aufstocken lassen. Die Faktoren abwägend schätzt er: "Erstens Sonntag. Außerdem wird es dann noch ein bisschen heißer. Allerdings sind noch keine Ferien."

Den reinen Badebetrieb bewältigen die Schwimmbadbediensteten an normalen Tagen im Alleingang. Zu den erwarteten Hoch-Zeiten springen ihnen dann Ehrenamtliche von der DLRG als Badeaufsichten zur Seite. Burkinis oder sonstige Bekleidungsstücke, die Badegäste erst seit dem jüngsten Stadtratsbeschluss zur Änderung der Badeordnung "offiziell" tragen dürfen, sind Magué und Schneider übrigens bisher nicht aufgefallen.

Die drei Jugendlichen vom Anfang unserer Geschichte haben inzwischen die nächste Attraktion des Völklinger Freibades im Blick: "Auf der Wasserrutsche ist gerade wenig Betrieb, also los!" Wenig später tauchen sie einmal mehr ins kühle Nass - begleitet von einem deutlich hörbaren "Platsch".

Zum Thema:

Ein Schild am Eingang weist auf Völklingens Freibad-Regeln hin. Freundlich bittet der Text die Gäste, auf Unterhosen unter den Schwimmhosen zu verzichten - der Hygiene zuliebe. Und das Symbol einer durchkreuzten Kamera zeigt an: Fotografieren und Filmen sind verboten. Spanner brauchen die Besucher des Völklinger Freibades also nicht zu fürchten.