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Reha-Pläne waren nur ein Zwischenspiel
Mit der Schließung der Geburtshilfe begann das Ende

Völklingen. 2005 wurde die Geburtshilfeabteilung im Michaels-Krankenhaus wegen fehlender Rentabilität geschlossen. Damit begann ein Ende auf Raten. Auch wenn es zunächst gegenläufige Signale gab. So wurden 2006 noch rund drei Millionen Euro in die Sanierung des (inzwischen auch abgerissenen) Vorderbaus gesteckt. Von Bernhard Geber

Ende 2008 gaben die Ordensschwestern und ihre Marienhaus GmbH nach vielen Jahrzehnten das Michaels-Krankenhaus in Völklingen auf. Sie konzentrierten dann ihre Aktivitäten auf die Elisabeth-Kinik in Saarlouis.


Die Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) übernahm die Regie und auch einen großen Teil des Personals in ihre Kliniken in Völklingen. Das Michaels-Krankenhaus wurde dann am 1. April 2009 wegen fehlender Zukunftsaussichten geschlossen. Unter diesen Vorzeichen waren offenbar keine Fachärzte mehr für die Innere Abteilung und die Chirurgie zu finden, die ursprünglich noch ihren Platz im Michaels-Krankenhaus behalten sollten.

Die SHG übernahm das Areal zum Kaufpreis von rund 2,3 Millionen Euro von der Marienhaus GmbH. Die SHG plante damals im früheren Michaels-Krankenhaus eine Reha-Klinik mit zehn Millionen Investion und rund 100 Betten. Das Vorhaben wurde Mitte 2010 mit einem Abriss des hinteren Flügel des Gebäudes samt Krankenhaus-Kapelle eröffnet, geriet dann aber ins Stocken. Die Abrissflanke wurde gleichzeitig zum Einfallstor für Eindringlinge aller Art. Mitte 2013 gab die SHG das Gelände an den ursprünglichen Träger, die Marienhaus GmbH, zurück. Über diese gelangte das Objekt dann an die Cusanus-Trägergesellschaft Trier.



Als Einrichtung der Marienhaus GmbH ist das Altenheim St. Josef am Nordring in Völklingen geblieben. Der frühere Krankenhaus-Förderverein widmet sich nun dieser Senioreneinrichtung. Auf dem Gelände daneben soll ein dreigeschossiger Neubau errichtet werden, der über 120 Senioren Platz bietet. Der Startschuss zu dem 15-Millionen-Euro-Projekt soll 2019 fallen.