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Mit den Zehen fühlen lernen

Mit Arzthelferin Rosa Kreins Hilfe stemplen die Grundschüler mit ihren in buntbemalten Füßen Abdrücke auf Papier. Foto: Jenal
Mit Arzthelferin Rosa Kreins Hilfe stemplen die Grundschüler mit ihren in buntbemalten Füßen Abdrücke auf Papier. Foto: Jenal
Völklingen. "Zeigt her eure Füße!", hieß es am Mittwochmorgen für die Erstklässler der Völklinger Grundschule Haydnstraße. Der Völklinger Orthopäde Dr. Gerd Lanzer besuchte die Jungs und Mädchen und erklärte, wie wichtig gesunde und funktionstüchtige Füße sind. Zur gleichen Zeit informierte sein Kollege Dr Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Völklingen. "Zeigt her eure Füße!", hieß es am Mittwochmorgen für die Erstklässler der Völklinger Grundschule Haydnstraße. Der Völklinger Orthopäde Dr. Gerd Lanzer besuchte die Jungs und Mädchen und erklärte, wie wichtig gesunde und funktionstüchtige Füße sind. Zur gleichen Zeit informierte sein Kollege Dr. Björn Bersal die Abc-Schützen in der Ludweiler Grundschule über die tragende Rolle ihrer Füße. Der ungewöhnliche Unterricht war Teil eines Aktionstages des Bundesverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (siehe "Hintergrund") und lief im Rahmen des Volkshochschul-Projekts "Völklingen lebt gesund!". Die 40 Grundschüler in der Turnhalle Haydnstraße wissen bereits, dass ihr Körper aus Knochen und Blut besteht. Und aus Fleisch natürlich. "Muskeln!", präzisiert Dr. Lanzer. "Könnt ihr einige Knochen nennen?", fragt der Mediziner. Nein, das Gehirn gehört nicht dazu. Beine und Arme - schon besser. Genau, die Füße bestehen aus Knochen und Gelenken. Und wozu die da sind, demonstrieren die Schüler gerne. Helena balanciert mit ihren Zehenspitzen auf einer blauen Linie, Melissa meistert die Übung hüpfend. Doch dann wird es schwieriger. Nur mit den nackten Füßen sollen einige Schüler verschiedene Materialien ertasten, die Augen sind verbunden. Schnell zeigt sich: Die Gummis, Wattebinden und Büroklammern sind nicht leicht zu identifizieren. Wären die Füße so gut trainiert wie die Hände, wäre die Übung wohl ein Kinderspiel. "Ganz wichtig ist, dass ihr im Sommer barfuß im Freien geht", rät der Arzt. Und eine gute Pflege der Füße empfiehlt der Experte ebenfalls. So können später beispielsweise Hornschwielen verhindert werden.Weitere Tipps für die Eltern stehen in der Informationsbroschüre, die die Kinder mit nach Hause nehmen. Auch für den Nachwuchs gibt es ein Andenken. Nachdem die Jungs und Mädchen ihre Strümpfe abgestreift haben, schmieren Orthopäde Lanzer, Arzthelferin Rosa Krein und einige Lehrerinnen Fingerfarben auf die Fußsohlen der Kinder. Vorsichtig treten die Schulanfänger auf: Mit grünen oder gelben Abdrücken verewigen sie sich auf ihren Teilnehmerurkunden. Nach gut einer Stunde verabschieden sich die Kinder wieder. Auf ihre Füße wartet noch ein weiter Weg. Denn rein statistisch gesehen läuft jeder Mensch in seinem Leben vier Mal um die Erde.

HintergrundAn der "Aktion Orthofit", initiiert vom Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, beteiligten sich gestern bundesweit 343 orthopädische Praxen; im Saarland waren es vier. Grundschulkinder waren die zentrale Zielgruppe. Da Füße in der Regel im Alter von zwölf bis 14 Jahren ihre endgültige Form erreichen, kann man sie zu einem früheren Zeitpunkt noch formen und trainieren. In den Schulen warben die Experten für viel Bewegung und zeitige Vorsorge. tan

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