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Millionen fürs St. Michaels-Krankenhaus

Millionen fürs St. Michaels-Krankenhaus

Quierschied/Völklingen. Der Aufsichtsrat der Saarland Heilstätten GmbH (SHG) hat endgültig die Weichen für die zum 1. April vorgesehene Übernahme des St. Michael-Krankenhauses in Völklingen gestellt. Wie Aufsichtsratsratsvorsitzender Paul Quirin (Foto: SZ) in einem SZ-Gespräch mitteilte, werden rund 2,3 Millionen Euro als Kaufpreis an die Marienhaus GmbH fließen

Quierschied/Völklingen. Der Aufsichtsrat der Saarland Heilstätten GmbH (SHG) hat endgültig die Weichen für die zum 1. April vorgesehene Übernahme des St. Michael-Krankenhauses in Völklingen gestellt. Wie Aufsichtsratsratsvorsitzender Paul Quirin (Foto: SZ) in einem SZ-Gespräch mitteilte, werden rund 2,3 Millionen Euro als Kaufpreis an die Marienhaus GmbH fließen. Der Gebäudekomplex gilt als stark renovierungsbedürftig. Die SHG will hier in den kommenden Jahren rund zehn Millionen Euro investieren - hauptsächlich mit dem Ziel, eine hochmoderne Reha-Einrichtung mit 100 bis 120 Betten aufzubauen. "Mit einem erstklassigen Therapie- und Wellnessbereich", wie Quirin verspricht. Damit würde wohl die bisherige SHG-Reha-Klinik im alten, früheren Knappschaftskrankenhaus Quierschied nach Völklingen verlagert. Chefärzte der SHG aus Völklingen wie Dr. Cem Özbek und Dr. Helmut Isringhaus haben dort bereits ohnehin die Regie geführt.Neben diesem "absoluten medizinischen Novum für die Region" (Quirin) bringt der Aufsichtsratsbeschluss auch Gewissheit, dass bei der Übernahme alle Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz ("in Saarlouis und hier bei uns") behalten. Trotz mehrerer - auch bundesweiter - Ausschreibungen war es aber laut Quirin bisher nicht möglich, das notwendige Fachpersonal für eine Fortführung der Chirurgie am St. Michaels-Krankenhaus zu finden. Als möglichen Hintergrund vermutet Quirin neben einem allgemeinen Fachärzte-Mangel auch die Tatsache, dass das Krankenhaus umstrukturiert werden soll: "Die Leute zeigen dann die Tendenz, so lange sie noch gefragt sind, in eine andere Klinik zu gehen." Dennoch bemühe sich die SHG weiter, und zumindest eine chirurgische Erstversorgung im Rahmen der Rettungsdienste werde in Völklingen gewährleistet bleiben. Nach jetzigem Stand müsste man dann Patienten, die eingehendere, stationäre Behandlung brauchen, nach Püttlingen, Saarlouis oder Saarbrücken verweisen. Patienten der Inneren Abteilung würden in Völklingen uneingeschränkt weiter versorgt. Belegärzte und auch sonstige Einrichtungen wie der ärztliche Bereitschaftsdienst an Wochenenden sollen, wenn möglich, im St. Michaels-Krankenhaus gehalten werden.Der SHG-Aufsichtsrat hat zur Kenntnis genommen, dass die Marienhaus GmbH ihre Gefäßchirurgie und die Palliativstation in die St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis verlegt. Gleichzeitig heißt es, die SHG-Kliniken in Völklingen könnten ihre Aktivitäten im Bereich der Gefäßchirurgie ausdehnen und dort sinnvoll mit der Herz-Brustkorb-Chirurgie verknüpfen. Die Pneumologie (Lungenheilkunde) bei der SHG in Völklingen solle mit weiteren Betten ausgestattet werden. Auch sieben Intensivbetten kämen hinzu.Zustimmung des MinistersPaul Quirin erklärte die vorgesehene Neustrukturierung zum "bestmöglichen Ergebnis" für Völklingen. Dem St. Michaels-Krankenhaus in jetziger Form hätte laut Quirin angesichts des Sparzwangs im Gesundheitswesen spätestens bei Neuauflage des saarländischen Krankenhausplanes in zwei Jahren das Aus gedroht. Das vom SHG-Aufsichtsrat beschlossene Konzept steht übrigens noch unter dem Vorbehalt, dass Gesundheitsminister und Krankenkassen zustimmen. Meinung

Völklingen kann gewinnen

 Das Völklinger St. Michaels-Krankenhaus steht ab April unter der Regie der SHG. Sie sucht noch Personal für einen Weiterbetrieb der allgemeinen Chirurgie. Foto: Becker & Bredel
Das Völklinger St. Michaels-Krankenhaus steht ab April unter der Regie der SHG. Sie sucht noch Personal für einen Weiterbetrieb der allgemeinen Chirurgie. Foto: Becker & Bredel

Von SZ-Redakteur Bernhard Geber Die Reha-Einrichtung, die die SHG im Michaels-Krankenhaus plant, wäre ein echter Zugewinn, wenn nicht sogar Hauptgewinn, für Völklingen: Wiedergenesung mit sicheren Arbeitsplätzen. Schade wäre es, wenn dabei die Chirurgie auf einen Notfalldienst reduziert werden müsste. Aber wer da am Bemühen der SHG zweifelt, wird ihr konkret sagen müssen, wo sie das nötige Personal findet. Alteingesessene Völklinger werden sich erinnern, dass der jetzige Hauptakteur, Paul Quirin, schon einmal ein Krankenhaus in der Hüttenstadt gerettet hat. Mitte der 70er Jahre trat Quirin als Verwaltungsdirektor am früheren Kreiskrankenhaus an. Das stand damals bereits auf der Abschussliste. Und entwickelte sich dann zu den heutigen, florierenden SHG-Kliniken.