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Ein Teil der Stadtgeschichte
Michaelskrankenhaus verschwindet

Bagger im Umfeld: Die vorbereitenden Arbeiten zum Abriss der verbliebenen Ruine haben  begonnen.
Bagger im Umfeld: Die vorbereitenden Arbeiten zum Abriss der verbliebenen Ruine haben begonnen. FOTO: Heinz Peter Stein
Völklingen. Heinz Peter Stein will die Erinnerung an das Haus in Völklingen wahren. Von Bernhard Geber

(er) Der Westflügel des Hauses mit der Kapelle ist schon vor Jahren gefallen. Nun wird auch der Rest des früheren St. Michael-Krankenhauses in Völklingen dem Erdboden gleich gemacht. Die vorbereitenden Arbeiten im Umfeld haben bereits begonnen. Heinz Peter Stein, früherer Rektor der Wehrdener Regenbogenschule und passionierter Heimathistoriker, möchte zumindest die Erinnerung an das traditionsreiche Krankenhaus erhalten.


„Obwohl das Gebäude bereits 2009 stillgelegt wurde, berührt der Werdegang dieses Hauses immer noch viele Menschen“, sagt Stein. Deshalb wolle er in einem Buch möglichst viele Erinnerungen zusammenzutragen. Jeder könne  schriftlich oder durch Erzählen seine Erfahrungen mit einbringen. Vielleicht schlummerten in so mancher Schublade noch Fotos, die man verwenden könne. Wer für Steins Projekt Beiträge (schriftlich, mündlich, Fotos) zur Verfügung stellen möchte, kann sich  unter der Telefonnummer (0 68 98) 2 24 72 oder per Email (heinzpeterstein@onlinehome.de) melden.

Es ist noch offen, was nach dem Abriss mit dem Gelände geschieht. Das Krankenhaus werde aus Sicherheitsgründen komplett abgerissen, teilte der Geländeeigentümer, die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT), auf SZ-Anfrage mit. CTT-Geschäftsführer Bernd Molzberger sagte, über die Entwicklung könne man derzeit keine Auskunft geben. Die CTT befinde sich in Gesprächen.

Ende 2008 hatten die Ordensschwestern und ihre Marienhaus GmbH nach langen Jahrzehnten das St. Michaels-Krankenhaus  aufgegeben. Sie konzentrierten ihre Aktivitäten auf die Elisabeth-Kinik in Saarlouis. Die Saarland-Heilstätten-GmbH (SHG) übernahm die Regie und auch einen großen Teil des Personals in ihre Kliniken in Völklingen. St. Michael wurde dann am 1. April 2009 wegen fehlender Zukunftsaussichten geschlossen.

Die SHG plante damals im früheren Michaels-Krankenhaus eine Reha-Klinik mit rund 100 Betten. Das Vorhaben wurde Mitte 2010 mit einem Abriss des hinteren Flügel des Gebäudes samt Krankenhaus-Kapelle eröffnet, geriet dann aber ins Stocken. Gleichzeitig verfiel das Gebäude immer mehr . Mitte 2013 gab die SHG das Gelände an den ursprünglichen Träger, die Marienhaus GmbH, zurück. Über diese gelangte das Objekt dann an die Cusanus-Trägergesellschaft Trier.