| 20:19 Uhr

In der „Tuesday Station Music“
Frisch aus der musikalischen Mottenkiste

Die Band MEP Live brachte Schwung in den Völklinger Alten Bahnhof.
Die Band MEP Live brachte Schwung in den Völklinger Alten Bahnhof. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. „Have you ever seen the rain?“ Songs von alt bis uralt standen auf dem Programm von MEP Live beim Konzert im Völklinger Alten Bahnhof.

Zurück auf der knallroten Bühne des Alten Bahnhofs Völklingen, greift das angesagte Trio aus dem Nordsaarland tief in die Mottenkiste der musikalischen Erinnerungen. MEP Live, das steht für die Initialen der Musiker Mario Scheufler, Ernesto Schmitt und Peter Weigerding, die handgemachter Musik bieten – mit Gitarre, Bass und Schlagwerk.


So auch beim Eröffnungstitel am Dienstagabend in der Reihe „Tuesday Station Music“ im Alten Völklinger Bahnhofs: „Sittin on the Dock of the Bay“ von Otis Redding, in Originalfassung gesungen. John Denver gibt es gleich hinterher: „It’s good to be back home“, und so lässt sich gleich erahnen, wie vielfältig Sänger Mario über den Abend seine Stimme einsetzen wird. Muss er auch, schließlich gilt für MEP die Maxime: „Die Klassiker aus Rock, Pop, Country und Blues.“

„Toll, wieder hier zu sein“, freut sich zwischendurch Taktgeber Peter, der durch das bunte Programm führt. „Ein einmaliges Ambiente und ein nettes Publikum“, lobt er Saal und Gäste. Auch für die Wettervorhersage fühlt er sich zuständig: „Leider wird es in den kommenden Wochen nur regnen.“ Musikalisch interpretiert wirkt das schon viel freundlicher: „Have you ever seen the rain?“ Ein Weihnachtlied gibt es auch: „Feliz Navidad“. „Oder: ,Der Riesling wird knapp‘,“ wie Ernesto als Bassist und Spaßvogel des Terzett scherzt.



Als die drei Männer sich Peter Maffay zuwenden, bewegen sie sich auf dem schmalen Grat zur Parodie, was vor allem in der Betonung deutlich wird: „Soo-nne in der Nacht“. Später lassen sie auch noch Udo Lindenberg auftauchen. „Ich mach mein Ding“, singt Mario und tut das schon weit vorher im Programm: „Bonfire Heart“ von James Blunt, das eindeutig nach Mario und nicht nach Blunt klingt. Gute Entscheidung. Auf die Glam-Rock-Schiene wagen sich Mario, Ernesto und Peter dann auch. „Love ist like Oxygene“ in Sweet-Manier.

Zwischendurch findet sich auch eine weitere Aufgabe für „Gulli“ Rudi Spiller, Mitorganisator, Beschaller und gelegentlich auch Musiker der Reihe. „Der Gulli macht heute den Lichtmann“, ulken die MEPs, als der Kollege weitere Lampen im Bühnenbereich installiert. Was die Beschallung angeht, ist Gulli noch am Tüfteln: „Unter der Bühnenkonstruktion bildet die Treppe zu den Gleisen einen riesigen Hohlraum.“ So etwas mögen Beschaller überhaupt nicht, da sich die musikalischen Schwingungen ungewollt verselbstständigen.

„30 Leute nur, die diese tolle Band sehen wollen“, grämt er sich außerdem zu Beginn. Eine Zahl, die sich über den Abend wenigstens noch verdoppelt. Gerade recht zum Auftritt des Sektkübels, der zwecks Hutsammlung die Runde macht.

Da Neujahr auf einen Dienstag fällt, wird im Januar ausnahmsweise am zweiten Dienstag des Monats im Bahnhof gerockt. Am 8. Januar lassen dann die Scarabées als französische Beatles die Hits der FabFour aufleben. Los geht es jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spende zur Hutsammlung erwünscht.

Weitere Dienstags-Termine im Alten Bahnhof: 5. Februar: Beat 66, 12. März: Compliment for Soul.