Menschen in Völklingen kämpfen für Taubenhaus

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadt Völklingen will Standort noch mal prüfen : Völklinger kämpfen für ein Taubenhaus

Arbeitsgemeinschaft will Vermehrung der Vögel in der Stadt begrenzen. Doch wann es losgeht, ist noch völlig unklar.

Er hat viele Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt und hofft, dass im Stadtteil Wehrden bald das erste Völklinger Taubenhaus stehen wird, sagt Alexander Benzmüller, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft (AG) Lebenswertes Völklingen im Sicherheitsbeirat, beim Besuch in der SZ-Redaktion. Das Ziel ist klar: Die Zahl der Tauben soll begrenzt und die Tiere artgerecht gefüttert werden. 50 bis 60 Tauben sitzen entweder auf dem Geländer der Wehrdener Brücke oder in der Nähe, sagt Benzmüller. Die will er mit einigen Helfern künftig in einen Container locken, der zwischen Ruderclub und Schiffsanlegestelle an der Saar stehen soll. Der Behälter sei an den Seiten oben offen, sodass die Vögel reinfliegen können. Drinnen werde der Container mit Sitzstangen und Holzregalen mit Nistgelegenheiten ausgestattet sein, erklärt der AG-Sprecher.

Damit sich die Tiere nicht weiter vermehren, würden die Eier gegen Eierattrappen ausgetauscht. Benzmüller und seine Helfer sind dann auch dafür zuständig, den Container vom Taubenkot zu reinigen. Er sagt, die Stadtverwaltung unterstütze das Projekt, wolle aber noch prüfen, ob an dem Container-Standort eventuell schützenswerte Vögel leben. „Das ist für mich auch nachvollziehbar“, sagt Benzmüller. Er ist aber auch frustriert: „Ich bin enttäuscht, dass es solange dauert.“ Der Rundgang mit der Verwaltung in Wehrden war nach Angaben Benzmüllers schon am 12. September. Doch von der Prüfung des Standorts wegen anderer schützenswerter Tiere habe er erst am 25. Oktober erfahren. Benzmüller: „Es geht nicht richtig voran.“

Die Stadtverwaltung nennt auf SZ-Anfrage keinen Termin, wann das Taubenhaus aufgestellt wird. „Die Thematik ist noch nicht abschließend behandelt, sodass derzeit keine Informationen gegeben werden können“, erklärt Lars Hüsslein, persönlicher Referent von Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD). Die Verwaltung prüfe die Möglichkeiten zur Umsetzung.

Benzmüller hat bereits einige Erfahrung mit Tauben und sich nach eigenen Angaben beim Stadttauben-Verein in Saarbrücken längere Zeit engagiert. Der Verein kümmert sich um zwei Taubenhäuser im Parkhaus Lampertshof und auf dem Rathaus-Parkhaus, erklärt die Vereinsvorsitzende Helga Ehretsmann. Der Deutsche Tierschutzbund hatte 2018 den Verein als „besonders vorbildliches Projekt“ ausgezeichnet. Ehretsmann freut sich sehr, dass jetzt auch in Völklingen ein Taubenhaus aufgestellt werden soll. Wie sie berichtet, führt das Engagement des Stadttaubenvereins dazu, dass es pro Jahr fünf Tonnen weniger Taubenkot in Saarbrücken gibt und 2000 weniger Eier. Ehretsmann: „So können wir die Population im Rahmen halten.“ Wenn sie und ihre Helfer kranke Vögel finden, werden diese in private Pflegestellen gebracht, sagt Ehretsmann. Selbst sonntags und auch an Weihnachten sei sie für die Tauben da.

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