Online-Umfrage: Menschen brauchen Bibliotheken

Online-Umfrage : Menschen brauchen Bibliotheken

Büchereien sind wichtig, man kann auf sie nicht verzichten: Das meint die Mehrheit der SZ-Leserinnen und -Leser, die bei unserer – nicht repräsentativen – Online-Umfrage zum Thema mitgemacht haben.

Ist Bücher-Lesen eine Sache von gestern? Könnten wir uns im digitalen Zeitalter nicht verabschieden von Bibliotheken, wie wir sie kennen? Nein, auf keinen Fall, meinen die Leserinnen und Leser der SZ, die sich an einer Online-Umfrage zum Thema beteiligt haben. Diese Blitz-Umfrage ist zwar nicht repräsentativ – doch bei den Antworten gab es so verblüffend klare Mehrheiten, dass man getrost von einem ernst zu nehmenden Stimmungsbild ausgehen darf.

„Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach Bibliotheken?“, wollten wir wissen. Fast drei Viertel der Teilnehmer, nämlich 74 Prozent (179  Teilnehmer), entschieden sich für die Antwort „sehr wichtig“. 24 Prozent (57 Teilnehmer) betrachten Büchereien als „eher unwichtig“, zwei Prozent finden sie „völlig unwichtig“.

Noch deutlicher fiel die Mehrheit aus auf die Frage, ob man auf Bibliotheken ganz verzichten könnte. Nein, kann man nicht, meinen 85 Prozent (205 Umfrage-Teilnehmer). Ja, es geht auch ohne Büchereien, erklären 21 Prozent, und 16 Prozent mögen sich nicht entscheiden – sie haben „weiß nicht“ angeklickt.

Da wundert es nicht, dass auch die öffentliche Finanzierung von Büchereien Zustimmung findet. 70  Prozent (169 Menschen) sind damit einverstanden, dass die Allgemeinheit die Kosten von Büchereien trägt. Nur 18 Prozent sagen dazu Nein, 12 Prozent sind unschlüssig.

Erstaunlich ist hingegen, dass die energischen Pro-Büchereien-Voten wenig zu tun haben damit, ob die Umfrage-Teilnehmer selbst das Angebot von Bibliotheken nutzen oder nicht. Die Mehrheit, 57 Prozent (138 Teilnehmer), leiht überhaupt keine Bücher in der Bibliothek aus. 12 Prozent stehen regelmäßig – „einmal im Monat und häufiger“ – am Bücherei-Tresen, 31 Prozent „gelegentlich“. Das Urteil, dass Bibliotheken wichtig sind, ist also grundsätzlicher Art und kaum von den eigenen Interessen geleitet.

Welche Veränderungen und Verbesserungen wünschen sich die Umfrage-Teilnehmer bei Büchereien? Gar nicht so wenige sind gänzlich wunschlos, sie erklären ausdrücklich, dass sie zufrieden seien mit dem, was sie derzeit vorfinden. Bei denen, die Wünsche haben, steht Digitales an erster Stelle: mehr digitale Bücher, verbesserte Möglichkeiten zur Ausleihe übers Internet, der so genannten Onleihe. Und auch längere Öffnungszeiten, Wohnortnähe und mobile Versorgung mit Lesestoff stehen bei den Umfrage-Teilnehmern auf den Wunschzetteln.

 Die Stadtbibliothek ist nicht zuletzt ein Ort zur Bildung und Weiterbildung. Im Bild: Adin Hajric beim Lernen für die Schule. . Foto: BeckerBredel

Wer mitmachen will beim SZ-Umfrage-Center, muss sich nur einmalig registrieren (kostenlos). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.