Mehr Schäden als erwartet

Die Sanierungsarbeiten an der Südtangente in Völklingen sollten im Sommer beendet sein. Doch diesen Termin konnte der Landesbetrieb für Straßenbau nicht einhalten. Auch, weil neue Abdichtungen nicht haften blieben.

Die Südtangente, die sich als Brücke durch Völklingen schlängelt, hat es in sich. Das weiß man jetzt beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) über diesen Abschnitt der B 51. Schon lange bevor überhaupt das erste Baustellenhütchen Anfang Februar 2013 gesetzt werden konnte, musste der LfS sich erst noch mit einem Genehmigungsverfahren herumschlagen.

Ein Klebeverfahren mit Kohlefaserlamellen machte die Straße zum Sonderfall. Und dabei sollte es nicht bleiben. Zuversichtlich wie er war, nannte Edgar Bade von der Bauüberwachung des LfS im März 2014, ein Jahr nach Sanierungsbeginn, zwar noch den Juli als Termin der Fertigstellung. Doch damit hatte er sich ordentlich verschätzt. Wenige Tage vor Allerheiligen stehen immer noch Teile des Bauwerks im Gerüst, Autos müssen sich die Richtungsstrecken mit dem Gegenverkehr teilen. "Der Instandsetzungsbedarf war größer als in der Planung angenommen", sagt dazu Klaus Kosok, Pressesprecher des LfS, auf SZ-Anfrage. Unten am Beton habe die Zeit mehr Spuren hinterlassen als vermutet. Und oben, auf der Straße, habe es auch nicht viel besser ausgesehen. Die Arbeiter mussten entdecken, dass in den 1970er Jahren der Asphalt offenbar in unterschiedlicher Stärke aufgetragen worden war. Also musste zunächst frischer Beton Unebenheiten im nackten Untergrund ausgleichen, bevor der neue Asphalt gleichmäßig dick aufgetragen werden konnte. Und zu guter Letzt habe es auch noch Probleme mit der neuen Abdichtung des Bauwerks gegeben, sagt Kosok. "Die bereits eingebaute Abdichtung musste wegen Haftungsproblemen wieder entfernt und erneuert werden." Gutachter untersuchen gerade, wie es dazu kommen konnte. Macht unterm Strich eine Verzögerung von rund einem halben Jahr. "Wir arbeiten bis Mitte November an der Fahrbahn in Richtung Saarbrücken. Dann werden die Mittelstreifen-Überfahrten geschlossen", also die Stellen, an denen Baken und Hütchen derzeit den Verkehr auf die andere Seite leiten. Die Auffahrtsrampe, die vom Globuskreisel auf die Südtangente in Richtung Saarbrücken führt, ist schon seit diesem Wochenende wieder für den Verkehr frei.

Die Arbeiten unterhalb der Brücke sollen bis Mitte November beendet sein. Auch die Straße Am Hüttenwerk ist dann wieder in beide Richtungen befahrbar. Bis Mitte Dezember sollte die Baustelle endgültig geräumt sein, heißt es jetzt.

Am Ende wird die Maßnahme den Bund insgesamt acht Millionen Euro gekostet haben, wobei die Kosten für die mangelhafte Abdichtung der - noch festzustellende - Verursacher tragen muss. Geplant waren fünf Millionen, sagt Klaus Kosok. Aber er weist ausdrücklich darauf hin, dass man im Vorfeld nur von einer Abschätzung der Schäden ausgehen könne. In diesem Fall kam es eben anders. Wie gesagt: Die Südtangente hat es in sich.