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| 20:29 Uhr

Wenn Eltern ihre Kinder fragen
Manches will man gar nicht wissen . . .

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Es gibt Antworten, die kann man sich ersparen. Weil sie einen leicht irritiert zurücklassen. Und das Thema Allgemeinbildung in den Hintergrund drängen. Von Michèle Hartmann

Als sie noch klein waren, die Kinder, und ihr Dasein sehr übersichtlich, konnte man ihnen leicht folgen. Auf die Frage „Was machst Du denn da?“ kamen einfache Antworten. Der eine malte ein Mandala aus, der andere setzte Lego-Klötzchen aufeinander, bis sich ein greifbares Ergebnis einstellte. „Schippche, Äämerche unn Förmcher“ waren im Sandkasten im Einsatz, und im Wald suchte der Nachwuchs mit aller Hingabe Kastanien, bunte Blätter und Stöckchen. Nun, da sie erwachsen sind, fragt man die Kinder am besten nicht mehr nach dem, was sie tagtäglich so umtreibt. Denn es könnte sein, dass man bei dem, was als Antwort rüber kommt, ziemlich alt aussieht. Oder das Wort „Allgemeinbildung“ mal ganz weit hinter sich lässt.

Da schneite beispielsweise gestern ein junger Fotograf vor seiner ersten Ausstellung ins Büro. Man will selbstredend wissen, mit was er sich beschäftigt. „Mit dem psychologischen Phänomen des Flow“, sagt er. Aha. Der Sohn der besten Freundin setzte da noch locker eins drauf. Der Mittzwanziger, in illustrer Gästerunde nach seinem werkstoffwissenschaftlichen Betätigungsfeld befragt, hatte folgende Auskunft auf Lager: Er hat es zurzeit mit der Porenbildung von Aluminium-Kupfer-Legierungen in der Schwerelosigkeit. Und mit dem Kaltverschweißen mittels Equal Channel Angular Pressing von bimetallischen Kupfer-Nickel-Stäben. Nur einer am Tisch wagt nachzufragen, wobei man seinen leicht entgleisten Gesichtszügen entnehmen kann, dass er wohl auch nichts verstanden hat. Als ich zu Hause bin, frage ich spaßeshalber  beim  Nachwuchs nach, wie denn seine Arbeit ausschaut. Leicht mitleidig lächelnd guckt er mich an und sagt: „Mudda, das willschd du gar nit wisse.“ Ich beharre jedoch auf einer Antwort. Und erfahre etwas über den Storage Root Key. Bei ihm handelt es sich um einen RSA-Schlüssel mit einer Länge von 2048Bit. Der junge Mann hat recht: Ich wollte es wirklich nicht wissen . . .