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Luisenthal: Eine königliche Königskerze aus der Samen-Wundertüte

Hohes Gewächs : Eine königliche Königskerze aus der Samen-Wundertüte

Wenn Helga Mertes in den Garten vor ihrem Haus im Völklinger Stadtteil Luisenthal geht, dann wird sie von einer gelben Blume weit überragt: einer Königskerze. Das einheimische Gewächs ist eigentlich nichts Besonderes.

Trotzdem wird die Seniorin oft auf das Prachtexemplar angesprochen und darauf, wie es in den Garten gekommen ist. Helga Mertes hat den Samen aus einem Papiertütchen, der ihr bei einer Veranstaltung der Awo geschenkt wurde. Eine Aussaat für die Blumenwiese zuhause, einheimische Samen für den Garten, ein Wundertütchen.

Anders als bei Feuerzeugen und Kugelschreibern war dieser „Streuartikel“ – so nennen die Werber günstige Präsente, die man massenhaft verteilt – wirklich zum Streuen. Sie brachte die Samen im Vorgarten aus. „Dann habe ich jeden Tropfen Wasser, der beim Spülen übrig blieb, gesammelt und damit die Samen gegossen. Und jetzt wurde so eine prächtige Blume daraus“, erzählt sie nicht ohne gärtnerischen Stolz.

„Mein Garten ist mein Hobby, und ich habe viel Freude daran, mich um die Blumen zu kümmern. Als die Königskerze immer weiter gewachsen ist, habe ich mich im Internet informiert. Scheinbar wächst sie überall und braucht nicht so viel Wasser. Ich gieße sie regelmäßig und schneide morgens und abends die vertrockneten Blüten und Blätter ab. Das hat sich gelohnt, denn mittlerweile ist die Königskerze über zweieinhalb Meter hoch“, erklärt die 85-Jährige.

Es sind oft die kleinen Geschenke, an die man vielleicht gar nicht so denkt, die einem die meiste Freude bereiten.“ Die Königskerze sei nicht die einzige Blume aus den Samenpäckchen, die im Moment in Helga Mertes Garten wächst. „Die Sonnenblumen, die ich dieses Jahr gepflanzt habe, sind auch aufgegangen, aber so groß wie die Königskerze sind sie noch nicht“, sagt die Rentnerin lachend. Im Herbst wolle sie die Pflanze stehen lassen: „Man kann sie auch abschneiden, aber ich gucke mal, was über den Herbst und den Winter mit ihr passiert.“