Ludweiler zeigt Glaskunst aus Belgien

Karaffen und Sturzgläser : Ludweiler zeigt Glaskunst aus Belgien

In einer Sonderausstellung zeigt das Glasmuseum Ludweiler ab dem 1. August eine Auswahl von Glas, das in Val Saint Lambert, Belgien, hergestellt worden ist. Wie auch im Saarland wurden in Belgien unter Napoleon die kirchlichen Güter enteignet.

So auch das Kloster Val Saint Lambert bei Seraing in der Provinz Lüttich. Über mehrere Besitzerwechsel und durch die nachnapoleonischen Wirren, die zur Staatsgründung von Belgien führten, kam es 1826 zur Gründung der Verreries de Val Saint Lambert.

Schon 1829 führte man die  Kohlefeuerung ein und kaufte die ersten Pressglasmaschinen aus den USA. In der Ausstellung wird eine frühe Pressglaskaraffe, die zudem aus Uranglas gemacht worden ist, gezeigt. Die Karaffe gehört zum einem Sturzglasservice. Sturzgläser mit einer Karaffe und einem Glasuntersetzer waren fester Bestandteil des gutbürgerlichen Haushaltes. Sie standen auf dem Nachttisch und dienten der Frischwasserversorgung während der Nacht. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurden in Val Saint Lambert in der Fabrik 4500 Arbeiter beschäftigt. In 20 Öfen wurden täglich 160 000 Glasstücke hergestellt. Der größte Teil ging ins Ausland.

Das Museum ist Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr und Sonntag von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet, ab 14.30 Uhr mit einer Führung.

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