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Ludweiler Wanderweg sorgt für hitzigen Streit

Viel Lärm um einen Wanderweg : Endloser Zoff um einen kleinen Weg

Eine Posse mit großer Besetzung – sie spielt am Rande des Völklinger Stadtteils Ludweiler.

 Eigentlich ist es nur eine Kleinigkeit: Es geht um einen Wanderweg am Ortsrand des Völklinger Stadtteils Ludweiler. Aber das hat sich mittlerweile zum Dauer-Streitthema ausgewachsen. Die Familie Lacour, auf deren Grund der Weg verläuft, hatte den Weg gesperrt – Lacours betreiben dort eine Reit­anlage und erklärten, Wege-Nutzer hätten Pferde scheu gemacht, das bedeute Gefahr. Anwohner forderten vehement die Wieder-Öffnung des Durchgangs unter Berufung auf ein altes Wegerecht. Stadtverwaltung, Kommunalpolitik, Verwaltungsrichter und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) bekamen mit der Sache zu tun.

Und nun ärgern sich Völklinger Kommunalpolitiker immer noch mit den Problemen um den Hirtenwieser Weg rum. Die Mitglieder des Ortsrates Ludweiler fühlen sich inzwischen veräppelt von der Familie Lacour. Außerdem fühlen sich die Räte benachteiligt – vom LUA.

Es hieß, nach einem Grundstückstausch, der den Lacours offensichtlich eine größere Koppel eingebracht hat, sei jetzt endlich ein Alternativweg vorhanden. Die Ortsratsmitglieder treten an zum Ortstermin. Mit ernüchterndem Ergebnis. Sie finden einen schmalen Trampelpfad entlang der Koppel­grenze vor, müssen einzeln hintereinander hertrippeln. Ein Wackler nach links – Dornen kratzen an den Mänteln. Rechterhand trennen die Pferde lediglich ein paar dünne Drähte vom Weg. „Was, wenn die jetzt hierher preschen?“, fragt Silvia Kuhn (SPD), die stellvertretende Ortsvorsteherin. Der Weg birgt weitere Gefahren, nämlich tiefe Löcher, in denen wohl mal die Begrenzungspfosten der Koppel steckten. Und statt auf dem versprochenen Schotter wandelt die Gruppe, zu der auch Bürgermeister Christof Sellen (CDU) gehört, auf purem Matsch.

Schnell steht fest: Dieser Trampelpfad ist keine Alternative. Aber wie kann es dann sein, dass Ortsvorsteher Andreas Willems (SPD) berichtet, die Maßnahme sei nach Auskunft des LUA abgeschlossen? Zudem ist offensichtlich seitens der Stadt etwas schiefgelaufen: Ein neu ertüchtigtes Regenrückhaltebecken ist etwas groß geraten – zu groß, als dass der Alternativweg direkt von der Straße abzweigen könnte. Ein Steg wird notwendig. Oder mehrere kleine Kurven und ein Geländer, das verhindert, dass Wege-Nutzer den steilen Hang hinunter ins Rückhaltebecken rutschen.

Was aber kann die Stadt tun, damit ihre Bürger endlich einen adäquaten Weg in den Wald bekommen? Laut Bürgermeister Sellen, er ist Jurist, sei zunächst die Sache mit dem Wegerecht zu klären – die Rede ist von einem Dienstbarkeitseintrag im Grundbuch, der die Grundeigentümer zur Duldung des Wegs verpflichtet. Der Ortsrat verlangt zudem Einsicht in die Flurkarten. An einer Auseinandersetzung mit dem LUA werde ebenso kein Weg vorbeiführen, sagt Sellen. Und sollte ein Rechtsstreit aussichtsreich sein, werde die Verwaltung auch das Prozessrisiko nicht scheuen.

Die Wege-Posse scheint zur unendlichen Geschichte zu werden.