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Diskussion um Bauschutt
Ludweiler Ortsrat will Bauschutt dulden

Ein Blick auf die Tagesanlage in Luisenthal, das Foto entstand vor rund eineinhalb Wochen. Hier liegen die Abbruchmaterialien des Blauen Bocks.
Ein Blick auf die Tagesanlage in Luisenthal, das Foto entstand vor rund eineinhalb Wochen. Hier liegen die Abbruchmaterialien des Blauen Bocks. FOTO: BeckerBredel
Ludweiler. Bauschutt vom früheren RAG-Verwaltungsgebäude in Saarbrücken soll nun auf Umwegen auf die Bergehalde Ludweiler kommen. Der Ludweiler Ortsrat hat nichts dagegen, wenn sich die RAG an ihre Zusagen hält. Von Andreas Lang

In Luisenthal war dieser Schutt aus Saarbrücken nicht willkommen. Abbruchreste des früheren RAG-Verwaltungsbebäudes, im Volksmund Blauer Bock genannt, wurden auf die Tagesanlage Luisenthal gefahren. Laut RAG sollten sie dazu dienen, um dort durch Abrisse entstandene Unebenheiten aufzufüllen. Es handelte sich um rund 3000 Kubikmeter massive Betonteile. Und das Unternehmen begann damit, das Material vor Ort zu schreddern. Dies löste, nur knapp von der Wohnbebauung in Luisenthal entfernt, heftigen Protest aus. Daraufhin schaltete das Unternehmen um.


Jetzt möchte die RAG die Abbruchreste auf die Bergehalde am Ortsrand von Ludweiler verfrachten und dort schreddern und einbauen. Zu diesem Vorhaben war nun der Ortsrat Ludweiler gefragt. Dieser gab in seiner jüngsten Sitzung unter Leitung von Ortsvorsteher Andreas Willems seine Zustimmung – aber nur unter Vorbehalt.

Zunächst einmal war den Ludweiler Ortsratsmitgliedern wichtig, zu wissen, dass die mit Abbruchmaterial beladenen Laster nicht durch den Ort knattern.



„Hintenrum“, beschrieb Willems die geplante Route der Lkw, die somit über das Westschachtgelände führen soll. Vom Verkehrskreisel Velsen aus soll es in Richtung Dorf im Warndt gehen, wobei sich die Brummis zwischen den Ortslagen ihren Weg durch den Wald in Richtung Berghalde bahnen. Was auch nicht so ohne Weiteres möglich sein wird. Die Zufahrtsstraße muss noch für den Lkw-Verkehr fit gemacht werden. Unter anderem soll eine Wendemöglichkeit hergestellt werden.

Ortsvorsteher Willems beantwortete in der Sitzung weitere wichtige Fragen: Es handele sich ausschließlich um Betonplatten, die nicht belastet seien. Der Schredderbetrieb solle auf wenige Stunden pro Tag begrenzt sein. Wegen der Entfernung zur Wohnbebauung würden kaum Beeinträchtigungen durch Lärm erwartet. Der Schredderbereich werde künstlich beregnet, um den Staub gleich an Ort und Stelle zu binden.

Der Ortsrat macht sein Ja davon abhängig, dass auch der Naturschutzbeauftragte dem Vorhaben zustimmt. Nach Willems Einschätzung wird aber auch der nichts dagegen haben. Weiter äußerte der Ludweiler Ortsrat in seiner Beratung den Wunsch, ein Gesamtkonzept zur Renaturierung der Berghalde vorzulegen und dieses dann auch umzusetzen. Allerdings wird das noch einige Zeit dauern. Andreas Willems sagte: „Das Ganze soll dann wohl 2030 fertig sein.“

Im September 2007 hatte das RAG-Vorgängerunternehmen DSK (Deutsche Steinkohle AG) die Absicht verkündet, die Halde langfristig zu einem Ausflugsziel im Grünen auszugestalten. Das Gelände sollte mit Hilfe von Erdmassen aus der Saaraue modelliert und gleichzeitig Problemstellen abgedeckt werden, um so das Auswaschen durch Regen zu reduzieren. Doch im Jahr 2013 brauchte das Unternehmen Erdmassen von der Bergehalde – und zwar zur Erschließung des Gewerbeparks Ost bei Fürstenhausen. Dort tat sich ein Loch auf, nachdem verseuchtes Erdreich entsorgt worden war. Das wurde dann mit Material von der Bergehalde Ludweiler gefüllt.

Rund 50 000 Kubikmeter rollten von dort per Lkw auf das Gelände der ehemaligen Saarland-Raffinerie. Nun soll sich das Ganze in anderer Form wiederholen.